Drittes Capitel. Chlor.
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Ueber die Löslichkeit des chromsauren .Silberoxydsin Wasser.
Da die Löslichkeit des chromsauren Silberoxyds von Einfluss aufdas Resultat obiger Analyse ist, so wurde dieser Punkt einer besonde-ren Untersuchung unterworfen. Reines neutrales chromsaures Kaliwurde in destillirtem Wasser gelöst und mit neutralem salpetersaurenSilberoxyd gefällt, aber so, dass chromsaures Kali im Ueberschuss blieb,was an der gelben Farbe des Filtrats zu erkennen war. Dieses wurdemit einigen Tropfen Kochsalzlösung versetzt, wodurch eine schwacheOpalisirung entstand. Die Flüssigkeit wurde warm gestellt, allein csschied sich doch kein Chlorsilber in Flocken ab.
Das Abwaschwasser hatte immer einen schwachen Stich ins Gelbe.Als das Pulver vollkommen ausgesüsst war, erzeugte das ablaufendeWasser mit Kochsalzlösung eine etwas stärkere Trübung, als Anfangsdie concentrirte Salzlauge. Es wurde ein Theil des vollkommen aus-gewaschenen Salzes mit destillirtem Wasser zusammengebracht und häu-fig geschüttelt, dann noch 24 Stunden stehen gelassen. Es wurden100 CC. mit einer Pipette herausgenommen und in einen leichten Por-zellantiegel verdampft. Der Rückstand wog 0,015 Grm. Demnachist 1 Thl. chromsaures Silberoxyd bei 14° R. löslich in 6666,6 CC.oder Grm. Wasser.
Es wurde nun von dem nassen ausgewaschenen chromsauren Sil-beroxyd eine Quantität mit destillirtem Wasser vermischt, zum Kochenerhitzt und 10 Minuten im Kochen erhalten, die heisse Flüssigkeit aufein Filtrum gegossen und das durchgelaufene in die Kochflasche zu-rückgegossen, bis Trichter und Filtrum kochend heiss waren. Nunwurden 100 CC. ablaufen gelassen und das Glas mit der deutlich gelbgefärbten Flüssigkeit in kaltes Wasser gesetzt. Es setzte dabei einengeringen Niederschlag von chromsaurem Silberoxyd ab. Die 100 CC.hinterliessen 0,027 Grm. chromsaures Silberoxyd. Es ist demnach daschromsaure Silberoxyd in 3704 Theilen siedenden Wassers löslich. Fürdie Silberanalyse mit chromsaurem Kali geht daraus das Resultat her-vor, dass man nicht überflüssig verdünnen soll, dass man sehr ver-dünnte Flüssigkeiten (Brunnenwasser, Flusswasser) erst durch Ein-dampfen concentriren soll, und dass man warme Flüssigkeiten nichtmessen soll.