Vierzehntes Capitel. Kupfer. 93
im Volum gleichwertig machen. Mit drei Operationen kommt manmeistens zum Ziel.
Es wurde Cyankalium und destillirtes Wasser in einem Mischcylin-der (Bd. I. S. 40) in ungewogenen Mengen zusammengebracht und ge-löst. 10 CC. ammoniakalische Kupferlösung erforderten 7,2 CC. Cyan-kaliumlösung. Es mussten also 7,2 CC. zu 10 CC. verdünnt werden.Die Cyankaliumlösung maass im Cylinder 600 CC. und wurde bis zu850 CC. verdünnt und umgeschüttelt. 10 CC. Kupferlösung gebrauch-ten nun 9,600 CC. dieser Flüssigkeit:
9,6 : 10 = 840 : 875.
Es wurde bis 875 CC. Wasser zugesgossen; 10 CC. Kupferflüssig-keit waren jetzt = 10 CC. Cyankaliumflüssigkeit, und bei mehrerenWiederholungen aus verschiedenen Büretten wurde ganz scharf immerwieder dieselbe Menge gebraucht. Die Angaben sind also unter sichganz übereinstimmend, und auch richtig, wenn die Urflüssigkeit richtigbereitet war.
Ein Stückchen galvanisches Kupfer wog 0,278 Grm. Es wurdein Salpetersäure gelöst, mit Ammoniak übersättigt und mit Cyankalium-lösung gemessen. Es wurden gebraucht 27,8 CC. = 0,278 Grm. Kupfer.Man erhält also in allen Fällen den Kupfergehalt direct, wenn man dasKomma bei den Cubikcentimetern um zwei Stellen zur Linken rückt.
Ein anderes Stückchen Kupfer wog 0,4275 Grm. und gebrauchte42,5 CC. = 0,425 Grm. Kupfer. 0,5 Grm. phosphorsaures Kupferoxydvon Rheinbreitbach wurde in Salzsäure gelöst, mit Ammoniak übersät-tigt und mit Cyankaliumlösung titrirt. Es wurden verbraucht 23,5 CC.Lösung = 0,235 Grm. = 47 Proc. Kupfer. Das Erz enthielt etwasQuarz, welcher zurückblieb.
b) Mit Schwefelnatrium nach Pelouze*).
Man stellt sich eine Schwefelnatriumlösung dadurch dar, dass manSchwefelwasserstoff in verdünntes^ ätzendes Natron leitet, die Flüssigkeitist farblos und geruchlos. Leitet man sehr viel Schwefelwasserstoff ein,so entsteht Schwefelwasserstoff-Schwefelnatrium, welches nach Schwe-felwasserstoff'riecht. Um diesen Verlust durch Verflüchtigung zu ver-meiden, setzt man noch so viel Natron zu, bis die Flüssigkeit geruchlosgeworden ist. Sonst wäre zur Fällung des Kupfers auch Schwefelwas-serstoff' allein zu gebrauchen, wenn nicht seine Veränderlichkeit undVerflüchtigung im Wege stände.
Kommt die Schwefelnatriumlösung in der Kälte mit einer ammo-niakalischen Kupferlösung zusammen, so entsteht Einfach-Schwefelkupfer
*) Annal. de chim. et de phys. 3. SA. T. XVI, p, 426 und T. XVII, p. 393.
Annal. d. Chein. u. Pharm. Bd. 66, S. 364 u. Bd. 60, S. 372.