Fünfzehntes Capitel. Schwefelwasserstoff. 95
dünnt man die Flüssigkeit mit grösseren Mengen Wasser, so erfordertdie nöthige Erwärmung der Flüssigkeit und das jedesmalige Absetzen-lassen mehr Zeit, als bei Maassanalysen wünschenswerth ist, auch kanneine angefangene Analyse bis zu ihrer Vollendung nicht mehr aus denHänden des Laboranten weggelegt werden.
Vergleicht man damit die vorher beschriebene Cyankaliummethode,so hat dieselbe entschiedene Vorzüge. Die Maassflüssigkeit ist ungleichhaltbarer als das Schwefelnatrium; die Operation geschieht in der Kälteund die Zersetzung hat nur eine einzige Form. Das Beurtheilen derverschwindenden blauen Farbe wird in der vollkommen klaren Flüssig-keit durch Nichts gehindert, und beim Stehenlassen tritt keine fernereAenderung der Flüssigkeit ein.
Fünfzehntes Capitel.
Schwefelwasserstoff.
Namen.
Formel.
Atomgewicht.
1 CC. Zehentsilber-lösung ist gleich
133) Schwefelwasserstoff
SII
17
0,0017 Grm.
Schwefelwasserstoff setzt sich mit einer Silberlösung in Schwefel-silber um. Der Niederschlag ist dunkelbraun und ballt beim Schüttelnsehr leicht zusammen, wenn das Silber im geringsten Ueberschuss vor-handen ist. Man könnte es mit einiger Aufmerksamkeit leicht erreichen,den Schwefelwasserstoff gerade auszufällen; jedoch darf man bei einemflüchtigen Körper nicht in dieser Art verfahren, sondern man muss so-gleich seine ganze Menge durch einen Ueberschuss von salpetersaurerSilberlösung fällen. Nichts ist leichter, als die Menge des überschüssigzugesetzten Silbers zu bestimmen. Man filtrirt, setzt etwas einfach-chromsaures Kali und einige Tropfen kohlensaures Natron zu, und lässtnun Zehentkochsalzlösung einfliessen, bis das chromsaure Silberoxydeben entfärbt ist. Auch kann man die ganze Operation in einer 300 CC.Flasche ausführen, nach der Fällung bis an die Marke anfüllen, undnach dem Absetzen des Niederschlages 100 CC. davon abgiessen unddiese mit Kochsalzlösung abtitriren. Alsdann findet keine Filtration statt.
Enthält die Flüssigkeit, welche auf Schwefelwasserstoff geprüftwerden soll, Chlormetalle, so bestimmt man in einer gleichen Mengederselben nach Verdunstung des Schwefelwasserstoffs das Chlor mit