112 Fünfter Abschnitt. Zusammenstellung u. Vergleichung der Parallel-Methoden.
brausen vollkommen lösten. Es wurde eine Lösung von chemisch reinemGlaubersalz zugegossen, bis alles Blei gefällt war und ohne Filtration so-gleich, nach Zusatz von Lakmustinctur, die Sättigung der freien Salpeter-säure vorgenommen. Der Farbenübergang war ungemein deutlich ausRoth in Blau und nicht in Violett.
Es wurden 9,6 CC. Normalkali verbraucht. Es sind also 25 — 9,6= 15,4 CC. Normal-Salpetersäure von dem Bleiweiss gesättigt worden.Diese mit 0,11157, als dem tausendsten Theil von 1 Atom Bleioxyd multipli-cirt, geben 1,718178 Grm. Bleioxyd = 85,908 Proc. Bleioxyd. Mulderfand in dem holländischen Bleiweiss 85,59 und 85,96 Proc. Bleioxyd.
Zur Controlle wurden 2 Grm. desselben Bleiweisses in einem Porcellan-tiegel zu gelbem Oxyd gebrannt. Sie hinterlassen 1,718 Grm. Bleioxyd,und durch die Analyse waren 1,718178 Grm. gefunden worden. DieMethode lässt also an Schärfe und Leichtigkeit der Ausführung nichtszu wünschen übrig. Diese Analyse gehörte eigentlich in die Alkalimetriedes ersten Theils. Sie wurde leider erst jetzt gefunden.
Eine dem Princip nach von der vorigen abweichende Methode, dieviel versprach, hat sich bei genauer Prüfung nicht als genau bewährt.Nach einer Beobachtung von Carl Mohr ist das schwefelsaure Bleioxydin einem weinsteinsauren Alkali mit Aetzkali ungleich leichter löslichals in dem bisher bekannten Gemisch von weinsaurem und reinem Am- Imoniak. Man kann deshalb den Bleiglanz durch Behandeln mit starkerSalpetersäure oxydiren und aus dem Rückstände das schwefelsaure Blei-oxyd leicht und vollständig mit jenem Gemenge ausziehen. Die Fällungdes Bleies aus der alkalischen Lösung durch Schwefelnatrium unter Zu-ziehung von Nitroprussidnatrium gab eine sehr leicht zu erkennendeReaction. Es zeigte sich jedoch bei genauer Prüfung der Erscheinung,dass nach vollständigem Ausfällen des Bleies noch ein Theil Schwefel-natrium von dem Schwefelblei mit niedergerissen wird. Wenn die Flüs-sigkeit bereits mit Nitroprussidnatrium die bekannte Reaction gegebenhatte, verschwand sie nach einiger Zeit wieder, wodurch Zahlen ohnealle Uebereinstimmung erhalten wurden. Dies nur zur Vermeidung derWiederholung ähnlicher Versuche.
Kupfer. j
Zur Bestimmung des Kupfers besitzen wir eine grosse Menge vonMethoden.
1. Als Kupferoxydul durch Traubenzucker ausgeschieden und mit Cha-mäleonlösung bestimmt (I, S. 200).
2. Durch Eisendraht gefällt und das gebildete Eisenoxydul durch Cha-mäleon bestimmt (I, S. 203). I
3. Durch Zersetzung mit Jodkalium und Bestimmung des ausgeschie- j
denen Jods (1, S. 387). !