Phosphorsäurc. 117
Setzung rein aufgeht, so müssen 30 CC. Bleilösung gebraucht werden,da 1 At. Phosphorsäure mit 3 At. Bleioxyd niederfällt. Es wurden aberimmer 33 bis 34 CC. gebraucht. Dies beruht auf der Eigenschaftder Bleisalze, durch pulverige Körper mit gefällt zu werden. ZurErkennung des Endes der Operation wurde noch etwas von derklaren Flüssigkeit auf ein Uhrglas abgegossen und ein Tropfen chrom-saurer Kalilösung hinzugegeben. Dies ist ein äusserst empfindlichesReagenz auf Blei, und die Erscheinung der Entstehung des chromsaurenBleioxyds weit sicherer, als eine Reaction mit Schwefelwasserstoff. Auchbei dieser Probe wurden 33 CC. statt 30 verbraucht.
1 Grm. phosphorsaures Natron erforderte 85,6 CC. Bleilösung. Nachdem System ist 1 CC. Bleilösung = 1 / 3 oooo At. = 0,011945 Grm. phos-phorsaurem Natron, = 0,002378 Grm. Phosphorsäure, und berechnetman obige 85,6 CC. Bleilösung, so erhält man 1,0224 Grm. phosphorsauresNatron statt 1 Grm.
Ein Versuch, Jodkalium als Indicator zuzusetzen, gab kein günstigesResultat. Die gelbe Farbe des Jodbleies erschien viel zu früh.
Die Methode steht den anderen Bestimmungsarten nicht bedeutendnach. Sie giebt nach der Art der dabei vorkommenden Substanzen immerein etwas zu hohes Resultat. Sie würde sich besonders geeignet haben,das phosphorsaure Bittererde-Ammoniak zu titriren, statt es zu glühenund zu wägen, was bei diesem Salze gerade eine missliche Arbeit ist.
Sopp hat eine maassanalytische Bestimmung der Phosphorsäure vor-geschlagen, welche sich auf die Fällung dieser Säure durch molybdän-saures Ammoniak gründet. Er glaubt nachgewiesen zu haben, dass indem bekannten gelben Niederschlage das Verhältniss zwischen Molybdän-säure und Phosphorsäure ein constantes sei. Da der Niederschlag inSäuren unlöslich ist, so kann man auf ihn mit Zink nicht ein wirken, esmuss also die inder Lösungübrig gebliebene Molybdänsäure ermittelt werdenund die Bestimmung ist eine Restmethode. Dieses ist aber bei kleinenMengen Phosphorsäure geradezu ein missliches Verhältniss, während beigrösseren Mengen die grosse Menge anzuwendenden molybdänsauren Am-moniaks ein Hinderniss ist. Wie die Molybdänsäure durch Reduction mitZink und dann durch Chamäleon bestimmt werde, wird am Schlüsse diesesAbschnitts in einem besondern Capitel mitgetheilt werden. Das Verfahrenwäre demnach folgendes: zu der phosphorsäurehaltigen Flüssigkeit wirdsoviel einer titrirten sauren Lösung von molybdänsaurem Ammoniak hin-zugefügt, dass noch ein kleiner Ueberschuss in der Lösung nach vollstän-diger Fällung der Phosphorsäure vorhanden ist. Im Filtrat wird der Ueber-schuss der Molybdänsäure nach der Reduction durch Zink mit Chamäleonbestimmt. Da man die ganze Menge der Molybdänsäure aus der Bürettek"<?nnt, und auch die im Ueberschusse im Filtrate vorhandene aus der Be-stimmung durch Chamäleon, so weiss man diejenige, welche im Nieder-