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Lehrbuch der chemisch-analytischen Titrirmethode : nach eigenen Versuchen und systematisch dargestellt / von Dr. Friedrich Mohr
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118 Fünfter Abschnitt. Zusammenstellung u. Vergleichung der Parallel-Methoden.

schlage verhanden ist. Nach Sopp wird die im Niederschlage vorhan-dene Molybdänsäure mit 0,03756 multiplieirt, um die Phosphorsäure zuerhalten. Man braucht dazu eine titrirte Lösung von Molybdänsäureund eine Chamäleonfliissigkeit. Hat man reine Molybdänsäure, so kannman diese Flüssigkeit durch Wägen darstellen, indem man 10 Grm. Mo-lybdänsäure in Ammoniak löst und dann mit Schwefelsäure bis zur Wieder-auflösung versetzt, zuletzt bis zu 1 Litre verdünnt. Jeder Cubikcentimeterenthält dann 10 Milligramm Molybdänsäure. Hat man keine reine Mo-lybdänsäure, so löst man 20 bis 30 Grm. der unreinen Säure in gleicherArt mit Ammoniak und Schwefelsäure zu 1 Litre ungefähr, und be-stimmt den Gehalt dieser Lösung an Molybdänsäure durch Reduction mitZink und Austitrirung mit einem auf metallisches Eisen gestellten Cha-mäleon.

Uebermangansäure.

Dieselbe kann 1. durch Kleesäure (I, S. 195) oder 2. durch Eisen-doppelsalz bestimmt werden (I, S. 196). Das letzte Verfahren ist wegender Schnelligkeit der Reaction vorzuziehen.

Ferridcyankalium

1) Reduction zu Ferrocyankalium und Bestimmung dieses Salzes durchChamäleon (I, S. 213).

2) Zersetzung mit Jodkalium und Bestimmung des ausgeschiedenen Jodsmit Zinnchloriir oder unterschwefligsaurem Natron (I, S. 276, 280und 385).

3) Nach Liesching *) durch Fünffach-Schwefelarsennatrium. Mansoll die durch Wechselwirkung weiss gewordene Mischung mit reinemCochenill-Aufguss versetzen. Sobald das rothe Blutlaugensalz nochnicht ganz zersezt ist, wird der Cochenill-Aufguss entfärbt. Das istmehr als eine Tüpfelanalyse.

Eine vollkommen scharfe Bestimmung des Ferridcyankaliums istdurch Carl Mohr angegeben worden.

Eine concentrirte Lösung von Ferridcyankalium ruft auf Zusatz vonJodkalium eine je nach der Concentration reichliche Jodausscheidung her-vor. Eine verdünnte Ferridcyankaliumlösung scheidet auf Zusatz vonJodkalium kein Jod ab, ebenso wird eine in der Concentration hervorge-

Dinglers polyt. Journ. Bd. 128, S. 200.