Jod.
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Kürzlich hat Hempel*) eine Methode zur Bestimmung des Queck-silbers beschrieben, welche sich auf eine Oxydation desselben im Zustandevon Chlorür gründet. Aus den Oxydullösungen kann das Chlorür ein-fach durch Chlornatrium gefällt werden; für die Oxydlösungen hat H.die Beobachtung gemacht, dass sie mit Eisenoxydulsalzen und Zusatz vonAetzkali und nachherige Uebersättigung mit Schwefelsäure vollkommenals Calomel gefällt werden. Es geht der eigentlichen Bestimmung jedes-mal die Ausscheidung des Quecksilbers als Calomel voraus.
Die Quecksilberoxydsalze werden in ein geräumiges Gefäss miteingeriebenem Glasstöpsel gebracht, ein Uebersehuss von Eisenvitriol undfixem Alkali hinzugefügt, gelinde umgeschüttelt und das Oxyd des Eisensdurch Zusatz von verdünnter Schwefelsäure wieder aufgelöst. Das ge-bildete Quecksilberchlorür wird ein wenig absetzen gelassen, dann dasganze aufs Filtrum gebracht und der Niederschlag ausgesüsst. Es sollnun der Niederschlag nach Durchstossung des Filtruins abgespritzt wer-den , ein bedeutender Uebersehuss von verdünnter Schwefelsäure undChamäleonlösung hinzugegeben und nach Verstopfung des Gefässes eineZeit lang umgeschüttelt werden, dann der Uebersehuss von Chamäleonmit Kleesäure weggenommen und diese wiederum mit Chamäleon biszur Rothfärbung ausgemessen werden. Die Berechnung geschieht aufZehent-Kleesäurelösung (6,3 Grm. im Litre).
Ich kann dieser Bestimmungsmethode aus dem Grunde keinen Bei-fall geben, weil die Oxydation eines unlöslichen Körpers, wie Quecksilber-chlorür, sehr langsam vor sich geht und gar kein deutliches Ende hat,wie schon in diesem Bande, S. 64 (im Jahr 1856) bemerkt und beschrie-ben wurde.
Die Sache kann noch als eine offene Frage angesehen werden.
Jod.
Zur Bestimmung dieses Körpers besitzen wir einen Reichthum derbesten Methoden.
Im reinen Zustande kann das Jod in Jodkalium gelöst mit arsenig-saurem Natron und rückwärts mit Jodtinctur ungemein scharf bestimmtwerden (I, S. 320).
Ganz dasselbe gilt von der Lösung des unterschwefligsauren Natrons(I, S. 385).
In beiden Fällen setzt man erst Stärkelösung dann zu, wenn diestärkste Färbung vom freien Jod bereits verschwunden ist. Von derBestimmung durch Zinnchlorür (I, S. 280) sehen wir aus allgemeinenGründen ab, obgleich die Jodbestimmungen recht gut ausgefallen waren.
Das in salzartigen Verbindungen enthaltene Jod kann durch Destil-lation mit Eisenchlorid ausgeschieden und dann als freies Jod bestimmt
') Annal. d. Chcm. u. Pharm. Bd. 107, p. 98.
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