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Sechster Abschnitt. Angewandter Theil.
der ganzen Alkalität abzieht, erhält man die dem kohlensauren Kali ent-sprechende Menge Normalsäure.
(2 Grm. Cigarrenasche sättigten im Ganzen 23,95 CC. Normalsalpe-tersänre. Der gefällte kohlensaure Kalk sättigte allein 18,3 CC.; folglichdas Kali 5,65 CC. Es berechnen sich nun 18,3 CC. Normalsalpeter-säure zu 0,915 Grm. = 45,75 Proc. kohlensaurem Kalk; und 5,65 CC.Normalsalpetersäure zu 0,390 Grm. = 19,52 Proc. kohlensaurem Kali.)
Eine andere Methode das Kali und den Kalk einzeln zu bestimmenkann in der Art ausgeführt werden, dass man das Kali als Chlorkaliumdarstellt und dann seinen Chlorgehalt bestimmt.
Man löse 1 bis 2 Grm. Asche in reiner Salzsäure auf und fälle so-gleich mit ätzendem und kohlensaurem Ammoniak unter Erwärmung.Man filtrire, und dampfe das Filtrat in einer Porcellan- oder besser Pla-tinschale zur Trockne ein. Aus der Salzmasse muss man nun den Sal-miak durch starkes Erhitzen vertreiben. Diese Arbeit zieht leicht Ver-luste nach sich, wenn die Salzmasse vor dem beginnenden Heisswerdennicht vollkommen trocken ist. Man kann auch die Schale nicht miteiner Glasplatte oder Papierscheibe bedecken, weil die auffliegendenSalztheilchen an der bereits verdichteten Flüssigkeit kleben bleiben unddann nicht mehr in die Masse kommen können. Am besten ist es, dieeingetrocknete Salzmasse in einem heissen Trockenschranke oder unterder Feuersohle einer Heerdplatte längere Zeit stehen zu lassen. DerSalmiak wird durch genügendes Erhitzen verflüchtigt, was man daranerkennt, dass keine weisse Dämpfe mehr aufsteigen.
Es bleibt Chlorkalium übrig, welches in destillirtem Wasser gelöstmit Zehentsilberlösung ausgemessen wird. Tn dem Chlorkalium ist aberauch der ganze Kochsalzgehalt der Asche enthalten. Man zieht deshalbvon den auf das Chlorkalium verbrauchten Cubikcentimetern der Zehent-silberlösung diejenige Menge Silberlösung ab, welche bei der Bestim-mung des ursprünglichen Chlorgehalts der Asche verbraucht worden ist.Den Rest berechnet man auf Kali.
Das Chlor wird aus dem wässerigen Auszuge der Asche nach demNeutralisiren mit Salpetersäure durch Zehentsilberlösung und chromsau-res Kali bestimmt (II, S. 15).
(1 Grm. Cigarrenasche erforderte 10,2 CC. Zehentsilberlösung= 0,05962 Grm. = 5,96 Proc. Kochsalz.)
Die Schwefelsäure wird nach der Restmethode mit Chlorbaryumbestimmt (I, S. 90).
(Das Filtrat von 1 Grm. Cigarrenasche erhielt 10 CC. Normalchlor-baryumlösung, dann wurde mit kohlensaurem Ammoniak ausgefällt, undder ausgesüsste Niederschlag mit Normalsalpetersäure gemessen. Erentsprach 9,4 CC. derselben, der auf schwefelsaures Kali zu berechnendeRest ist also 10 — 9,4 = 0,6 CC. Salpetersäure = 0,052266 Grm.— 5,2266 Proc, schwefelsaures Kali.