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Sechster Abschnitt. Angewandter Theil.
von Ammoniak, Salmiak und Bittersalz. Das Tripelsalz wird in ge-wöhnlicher Weise geglüht und gewogen.
Zweites Kapitel.
Ausgelaugte Holzasche.
Die ausgelaugte Holzasche wird als ein Düngemittel für Wiesenvielfach angewendet. Sie enthält viel kohlensauren Kalk, dann phosphor-sauren Kalk und etwas Kali. Letzteres rührt von dem nicht zersetztenAntheile von jenem bekannten Doppelsalze von kohlensaurem Kali undkohlensaurem Kalk her. Die Bestimmung des Kalis und der Phosphor-säure, welche den eigentlichen Düngwerth abgeben, würde hier unsereArbeit sein.
Zunächst muss eine richtige Probe gezogen werden, damit man denMittelwerth des ganzen Vorrathes erhalte. Die gröberen Theile müssenzerklopft, und aus dem gröblichen Pulver diejenige Menge genommenwerden, welche zur Analyse bestimmt wird. Sehr feines Pulver ist nichtabsolut nothwendig, da sich die bezüglichen Stoffe leicht in Säurenlösen.
Kohlensaurer Kalk und kohlensaures Kali werden im Ganzen, wiebei der Asche, durch Normalsalpetersäure bestimmt, indem man in einerüberschüssigen aber gemessenen Menge dieser Säure löst, dann filtrirtund auswäscht, und im Filtrat den Ueberschuss der Säure mit Normal-kali bestimmt.
Aus der Flüssigkeit fällt man den Kalk vollständig mit kohlensau-rem Natron, wäscht aus und bestimmt ihn ebenfalls mit Normalsalpeter-säure. Durch Abzug erhält man das kohlensaure Kali. Eine andereKaliverbindung als die kohlensaure kann in der ausgewaschenen Aschenicht vorhanden sein.
Das Kali kann man direct bestimmen, wenn man die ausgelaugteAsche in reiner Salzsäure löst, wobei man nur einen kleinen Ueberschussanwendet, dann mit kohlensaurem Ammoniak den Kalk und das Eisen-oxyd fällt, filtrirt, das Filtrat in einer Platinschale eindampft und glühtEs bleibt Chlorkaliura zurück. Kochsalz kann in diesem Falle nicht vor-handen sein. Das Chlorkalium bestimmt man mit Zehentsilberlösungund chromsaurem Kali.
Den phosphorsauren Kalk bestimmt man, indem man die Substanzin Salpetersäure in der Wärme löst, filtrirt, mit essigsaurem Natron ver-setzt und nun mit einen! kleinen Ueberschusse von Eisenchlorid fällt.Das phosphorsaure Eisenoxyd lässt man in gelinder Wärme etwas Zu-sammengehen. Die überstehende Flüssigkeit hat eine leichte Färbung