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Lehrbuch der chemisch-analytischen Titrirmethode : nach eigenen Versuchen und systematisch dargestellt / von Dr. Friedrich Mohr
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Siebentes Kapitel. Dolomit. Achtes Kapitel. Pfannenstein.

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Siebentes Kapitel.

Dolomit.

Löse eine gewogene Menge Dolomit durch Erhitzen in Salzsäureund etwas Salpetersäure, verdünne und übersättige nach Zusatz von Sal-miak mit Ammoniak. Fällt Eisenoxyd nieder, so wird es abgeschiedenund in bekannter Art mit Chamäleon bestimmt (I, S. 151).

Aus dem Filtrat fälle den Kalk mit kleesaurem Ammoniak, lasseabsetzen und filtrire. Den kleesauren Kalk bestimme mit Chamäleon(I, S. 186), aus dem Filtrate fälle die Bittererde mit kohlensaurem Na-tron durch Einkochen zur Trockne. Die aufgeweichte und mit heissemWasser ausgesüsste kohlensaure Bittererde bestimme alkalimetrisch mitNormal - Salpetersäure und schwefelsaurem Kupferoxyd - Ammoniak(I, S. 357).

Achtes Kapitel.

Pfannenstein.

Es ist ein Gemenge von Kochsalz, Glaubersalz, Gyps, Bittersalz,kohlensaurer Kalkerde und Bittererde.

Von diesen Bestandtheilen hat nur Werth das Glaubersalz und Bitter-salz. Man kann beide bestimmen, wenn man die Summe der Schwefel-säure und der Bittererde in den löslichen Bestandtheilen feststellt, wobeiman allerdings gegen eine Beimischung von Gyps auf der Hut sein muss.

Man wäge etwa 5 Grm. des feingepulverten Pfannensteins ab und er-hitze gelinde in einem Platintiegel. Man erhält so den Wassergehalt derganzen Probe.

Man nimmt eine neue Menge Pfannenstein von gleicher Grösse, löstin destillirtem Wasser warm auf, filtrirt, wäscht aus und fallt den Kalk mitkleesaurem Ammoniak. Den kleesauren Kalk wäge man als kohlensaurenoder man titrire ihn mit Chamäleon. Bd. I, S. 186.

Im Filtrat fälle die Bittererde mit phosphorsaurem Natron-Ammoniakund bestimme das Tripelsalz als phosphorsaure Bittererde.

Im fernern Filtrat fälle bei stark vor waltender Salzsäure die Schwe-felsäure mit Chlorbaryum. Man erhält die Schwefelsäure als schwefel-sauren Baryt. Es zeigt sich nun sogleich, ob die Schwefelsäure für dieBittererde gerade recht ist, nachdem man die kleine Menge des Kalkes