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Lehrbuch der chemisch-analytischen Titrirmethode : nach eigenen Versuchen und systematisch dargestellt / von Dr. Friedrich Mohr
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Fünfzehntes Kapitel. Kohlensäure.

Eine denselben Zweck erreichende Construction ist in Fi". 21 ab-gebildet. Die grosse Flasche enthält selbst das (Quecksilber, und dies

wird durch den Druckdes entwickelten Ga-ses in die Glasröhrehineingetrieben. Aufdem Quecksilber liegteine Schicht starkeraber nicht rauchenderSalzsäure bis zu einemStriche. Man misstdie Quecksilbersäule vondem Niveau in derFlasche bis zu der Höhein der Glasröhre nachMillimetern aus, und

Fig. 20.

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erhält so den Druck desGases. Der Versuchwird in der Art ange-stellt, dass man die zu

untersuchende abgewo-gene Probe in Filtrir-papier einwickelt, in denHals der Flasche ein-steckt, und dann miteiner Bewegung sowohldas Papierconvolut her-unterschiebt, als auchzugleich die Flascheschliesst. Das Queck-

|)r. Plnkus' Apparat

Silber beginnt sogleich zu steigen, und steigt bis alle kohlensaure Salzezersetzt sind. Es erreicht dann die höchste Höhe und sinkt nachher we-gen eintretender Absorption etwas herunter. Die Operation ist ungemeineinfach und leicht auszufiihren, sowie auch die Zahlen sehr gut abzulesen.Eine Unsicherheit entsteht durch die zunehmende Absorption, für diemanwegen der sich ändernden Zusammensetzung der Flüssigkeit keine Rech-nung tragen kann. Herr Dr. Pinkus empfiehlt, um die Absorption zuvermindern, die Säure mit quarzigem Sande zu vermischen.

Die gehobene Quecksilbersäule ist das Maass des Drnckes der Luftim Apparate. Da die Qnecksilberröhre gegen den Inhalt der Flaschesehr klein ist, so nimmt man an, das Volum bliebe constant. Unter die-ser Voraussetzung ist die Druckhöhe gleich der Spannung der Luft imApparate. Dieser Druck entsteht aus dem einfachen Barometerdrucke,den die Luft bei Schliessung des Apparates hatte, und dem in demselbenRaum comprimirten kohlensauren Gase. Gesetzt, das Luftvolum in der

Mohrs Titrirbuch. II. Abthlg. 12