181
Sechszehntes Kapitel. Gusseisen, Stahl, Stabeisen.
Asbestpfropf', welcher eine vollkommene Filtration bewirkt. Niemals istdie kleinste Spur von Kohle durch diesen Körper durchgedrungen. Alleslösliche wird durch Aufgiessen von Wasser verdrängt, wobei man dieFiltration durch starkes Blasen in die Verbrennungsröhre sehr beschleu-nigen kann- Man trocknet den Inhalt der Röhre in einem Wasserbade,während man durch einen Aspirator Luft hindurchsaugt.
Zur Verbrennung des Kohlenstoffs wird nun die Röhre einerseitsmit dem Absorptionsapparat, wie er bei der Kohlensäurebestimmungder Luft gebraucht wird, andererseits mit einem Kalirohr und Sauerstoff-gasbehälter in Verbindung gesetzt. Man erwärmt die Stelle, wo derAsbest liegt, erst gelinde und lässt einen schwachen Strom Sauerstoffdurch den Apparat gehen, was man an den Blasen im Absorptionsapparatdeutlich erkennen kann und danach regulirt. Es findet auch keine Trü-bung der in der Knieröhre enthaltenen Kali-Baryt-Fliissigkeit statt. Dienoch ausgetriebenen Wassertheilchen treibt man mit einer kleinen Wein-geistfiamme irn Gasstrom vorwärts. Endlich giebt man stärkere Hitze,wobei der Kohlenstoff zu glühen anfängt und wo dann auch augenblick-lich im Absorptionsrohr dicke Flocken von kohlensaurem Baryt entste-hen. Die Verbrennung des Kohlenstoffs kann man mit dem Hahn desGasometers so reguliren, dass es nur roth glüht. Oeffnet man etwasstärker, so kommt er ins Weissgliihen. Allein auch in diesem Falle istniemals eine Spur Kohlensäure in das vor dem Absorptionsrohr liegendeGelass gedrungen, dessen Barytflüssigkeit vollkommen klar blieb. Wennbei zunehmender Hitze die Masse in der Röhre verlischt, ist die Ver-brennung vollendet, wozu überhaupt nur wenige Minuten Zeit, und höch-stens einige Litre Sauerstoffgas nothwendig sind. Man lässt den Sauer-stoffstrom noch so lange gehen, bis man sicher sein kann, dass alle Koh-lensäure fortgetrieben und absorbirt ist.
Der kohlensaure Baryt wird in der bereits beschriebenen Art in Chlorba-ryum verwandelt und in diesem das Chlor mitZehent-Silberlüsung bestimmt.
Siebzehntes Kapitel.
Sulfatanalyse.
Sulfat nennen die Soda- und Glasfabrikanten das rohe schwefelsaureNatron, welches aus Kochsalz und Schweieisäure dargestellt ist. VonVerunreinigungen sind zu bestimmen die freie Säure und der Kochsalz-gehalt.
1) Freie Säure.
Man wäge lOGrm. ab, löse sie in destillirtem Wasser in der Wärmeauf, setze etwas Lakmustinetur zu, und bestimme die freie Säure mit Nor-malkalilösung. Die Säure ist als doppelt .schwefelsaures Natron vorhan-