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Sechster Abschnitt. Angewandter Theil.
den. Man kann sie jedoch auch als freie Schwefelsäure berechnen, weildas damit verbundene einfach-sehwefelsaure Natron der reine Körper ist,den das Fabrikat vorstellen soll. Bd. I, S. 87.
2) Kochsalz.
Man wäge 5 oder lOGrm.ab, löse in destillirtem Wasser in der Wärmeauf, setze etwas neutrales chromsaures Kali und einige Tropfen einer Lö-sung von reinem doppelt-kohlensauren Natron zu, um die freie Säure ab-zustumpfen, dann filtrire man und wasche aus. Das Filtrat, welches licht-gelb ist und nicht sauer reagiren darf, titrire man nun mit Zehent-Silber-lösung aus, bis die rothe Farbe eintritt. Bd. II, S. 14. 1 CC. Zehent-
Silberlösung = 0,005846 Grin. Kochsalz.
3) Die Schwefelsäure kann man nach I, S. 90 bestimmen.
Achtzehntes Kapitel.
Analyse der Mineralwasser.
Sehr grosse Hülfe bietet die Maassanalyse bei den Gewichtsbestim-mungen der Bestandtheile der Mineralwasser. Der Zweck einer Mineral-wasser-Analyse besteht wesentlich darin, dass man aus der Zusammen-setzung derselben seine muthmaassliche Wirkung auf den Körper er-schliessen könne. Es ist unzweifelhaft, dass von den vielen Bestandtheilender natürlichen Mineralwasser nur eine gewisse Anzahl zurBeurtheilungdient, und dass in den vollständigen Analysen eine grosse Menge Stoffe,die nur in unendlich kleinen Mengen oder gar als Spuren aufgeführt wer-den, durchaus ohne allen Werth für den Arzt sind. Es kommt noch hinzu,dass mehrere derselben in den Mineralwassern selbst gar nicht und auchin den Sintern und Mutterlaugen nur in kleinen Mengen aufgelündenwerden, und dass ihre Mengen aus einem andern daneben vorkommendenStoffe erschlossen werden. Wenn man erwägt, dass die nachherige Ent-deckung von Arsenik in den Quellen von Rippoldsau, Wiesbaden undandern weder auf die Beurtheilung des Wassers durch den Arzt nochselbst auf die Aengstlichkeit des Patienten den allergeringsten Einflussgehabt hat, so wird man zugeben, dass die Aufführung und Bestimmungvon so wirkungslosen Stollen wie Kieselerde, Thonerde, Fluor, Bor, Phos-phorsäure und ähnlichen sowohl für den Arzt als den Patienten ohnealle Bedeutung sind. Die Quellen bringen eben Spuren von allen Stoffenmit sich, die sie bei ihrem Laufe in der Erde zu berühren Gelegenheithatten. Man kann deshalb die Mineralwasser-Analyse unter zwei ver-schiedenen Gesichtspunkten auttässen, erstlich aus dem praktischen, wenndie wichtigen und wesentlichen Bestandtheile derselben dem Gewichte