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Lehrbuch der chemisch-analytischen Titrirmethode : nach eigenen Versuchen und systematisch dargestellt / von Dr. Friedrich Mohr
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194 Sechster Abschnitt. Angewandter Theil.

genommen. Man schütte jedesmal eine kleine Menge in ein kleinesBechergläschen und wäge daraus die einzelnen Mengen zu 1, 5 oder10 Grm. au?. Den Best der Erde in dem Glase gebe man nicht in dieFlasche zurück, sondern werfe ihn, als mit Feuchtigkeit behaftet, weg,da man reichlich von der trocknen Erde hat.

Oft ist eine Ackererde so mit Wurzeln durchzogen, dass die Mengederselben wohl Berücksichtigung verdient, z. B. nach dem Anbau vonLuzerne, Esparsette, Rothklee u. s. w. Nach ihrer Verwesung habendiese Wurzeln in gewissem Grade zur Bereicherung des Bodens beige-tragen, während sie auch in der Verwesung durch Kohlensäurebildungnützlich werden. Nach dem Sieben der getrockneten und zerriebenenErde werden die Wurzelreste grösstentheils im Rückstände befindlich sein,und es ist wohl der Mühe werth, die Bestandtheile der Asche zu bestimmen.Wird dieser Wunsch ausgedrückt, so mag der Landwirth den Sieberückstandganz einsenden. Es wird dann auf der chemischen Station die Trennung vonden Steinen vorgenommen und die Wurzeln werden allein einer Untersuchungunterworfen. Die Probe einer Bodenart soll nur vor der Düngung genommenFig. 22. werden; also gedüngtes Land, sei es mit Stalldün-

ger oder künstlichen Düngemitteln, Guano, Gypsetc., soll niemals zur Analyse genommen werden.

Interessant und wichtig zugleich ist es, anzu-geben, welche Pflanzen auf dem zu untersuchen-den Boden in den Jahren vorher bis zur Düngungdes Ackers cultivirt wurden, welches Dünge-mittel und wieviel davon dem Boden zugetheiltwar. Willkommen sind alle Angaben undBeobachtungen aus der landwirtschaftlichenPflanzencultur, z. B. welche Pflanzen am bestenund welche gar nicht gedeihen, ob das Getreideleicht lagert; ferner Mitteilungen aus derForst-wirthschaft und über die geognostische Be-schaffenheit der Gegend.

Um die zur Analys« dienende Menge Acker-erde auf eine leichte Weise zu sammeln und auchzugleich eine Analyse des Untergrundes von be-liebiger Tiefe machen zu können, bedient mansich eines cylindrischen blechernen Rohrs von40"" oder U/j Zoll Durchmesser. Dasselbewird aus starkem Schwarzblech durch Nietender Ränder, oder aus starkem Weissblech durchLöten angefertigt. Eine Länge von 3 bis 4Fuss wird in den meisten Fällen ausreichen. Aneinem Ende hat es zwei seitliche Löcher, durchwelche man einen runden eisernen Stab losehindurchschieben kann, um einen Angriff zum

Probezieher für Dammerilc