1!)C Sechster Abschnitt. Angewandter Thcil.
Qnetschhahn geschlossene Röhre mit einer nicht rauchenden, reinenSalzsäure gefüllt hat. Die Schenkelröhre und die Flasche zur Linkenfülle mau statt mit der im ersten Theile empfohlenen Flüssigkeit, Chlor-baryum-Ammoniak, mit einer tiltrirten Lösung von Aetzbaryt in verdünn-tem Kali. Dieselbe verschluckt die Kohlensäure viel begieriger und giebtden vollständigen Niederschlag auch ohne zu kochen. Man lässt dieSalzsäure auf die Krde fliessen, treibt die Kohlensäure durch Erwärmenaus, filtrirt die Absorptionsflüssigkeit, indem man mit heissem Wasser au 8-siisst, bis keine alkalische Reaction mehr stattfindet. Den kohlensaurenBaryt spritzt man noch nass vom Filtrum und titrirt ihn mit Normal-Salpetersäure und Kali. Die Berechnung geschieht nach Nr. 52 derTabellen auf Kohlensäure und nach Nr 28 auf kohlensauren Kalk. Eskönnen auch die beiden unter Kohlensäurebestimmung beschriebenen Ap-parate zur Messung der Kohlensäure nach Volum angewendet werden.
2) Chlor, Eisenoxyd, Kalk, Bittererde.
Die Gegenwart von Humussäure trübt die meisten Fällungen. Ausdiesem Grunde zerstört man bei einer Menge Ackererde die Ilumussäureund bestimmt in einer Reihenfolge die vier oben genannten Stoffe.
a. Chlor. Der Gehalt an Chlor, hier gleichbedeutend mit Kochsalz,kann nicht vollständig mit Wasser ausgezogen werden. Wollte man mitkohlensaurem Natron behandeln, so würde man tiefgefärbte Flüssigkeitenerhalten, in denen nichts deutlich zu erkennen wäre.
Man wäge 10 Grm. Ackererde ab, bringe sie in einen Platintiegel,befeuchte sie mit einer concentrirten Lösung von reinem Kalisalpeter,lasse allmälig eintrocknen und erhitze auf der Weingeistlampe zum Glühen.Es findet unter gelindem Erglimmen eine vollständige Verbrennung allerorganischen Stoffe statt. Nach dem Erkalten feuchte man mit Wasser anund spüle die Masse in ein Becherglas, bis der Tiegel fast ganz rein ist.Man lässt absetzen, ohne zu filtriren. Wenn die überstehende Flüssigkeitklar ist, giesst man sie ab, schlemmt noch einmal mit Wasser auf undgiesst nach dem Absetzen wieder ab. Während natürliche Ackererde sichnur sehr langsam absetzt, geschieht dies bei der mit Salpeter geglühtensehr leicht und vollständig. Die klaren Flüssigkeiten übersättigt man mitEssigsäure und dampft zur Trockne ab.
Nach dem Lösen bestimmt man das Chlor mit chromsaurem Kalials Indicator durch Zehent-Silberlösung (II, S. 15).
Berechnung nach Nr. 117 der Tabellen.
b. Eisenoxyd. Die mit Wasser ausgelaugte Masse übergiesst manmit reiner Salzsäure und lässt sie unter Bedeckung mit einem conca-ven Glase längere Zeit kochen, so dass sich Kalk, Bittererde, Eisen-oxyd und Thonerde lösen. Man filtrirt, wäscht aus und übersättigtschwach mit Ammoniak. Es fällt Eisenoxyd und Thonerde nieder. Willman bloss das Eisenoxyd bestimmen, so filtrirt man, wäscht aus, löst inSalzsäure, zersetzt das Eisenchlorid durch Zink und bestimmt das Eisen-oxydul durch Chamäleon, dessen Titre gegen Eisendoppelsalz genommen