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Lehrbuch der chemisch-analytischen Titrirmethode : nach eigenen Versuchen und systematisch dargestellt / von Dr. Friedrich Mohr
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Neunzehntes Kapitel. Ackererde,ist. Der siebente Theil des dem Chamäleon entsprechenden Eisendoppel-salzes ist metallisches Eisen, und dies mit i- multiplieirt giebt Eisen-oxyd.

c) Kalk. Das Filtrat vom Eisenoxyd fällt man mit einem kleesau-ren Salze; den durch Absetzen und Filtration rein dargestellten klee-sauren Kalk löst man in reiner Salpetersäure, und bestimmt die darinenthaltene Kleesäure mit Chamäleon (I, S. 186). Die Berechnung nachNr. 27 der Tabellen ist minder bequem, wenn man Eisensalztitre hat.Man bedient sich deshalb der hier nachzutragenden Zahlen.

Eisensalz X 0,07143 = Kalk,

,, X 0,12755 = kohlensaurer Kalk.

d) Bittererde. Das Filtrat vom kleesauren Kalk fällt man mit phos-phorsaurem Natron, lässt über Nacht stehen, giesst erst ab, und wäschtdann auf einem Filtrum mit ammoniakhaltigem Wasser aus. Den Nie-derschlag löst man in Essigsäure vom Filtrum auf, filtrirt, wäscht ausfällt mit essigsaurem Eisenoxyd in kleinem Ueberschuss, bringt auf das-selbe Filtrum zurück und wäscht wiederum aus. Das phosphorsaureEisenoxyd löst man in Salzsäure auf dem Filtrum, filtrirt in das metalli-sche Zink und bestimmt das Eisenoxydul durch Chamäleon.

Eisendoppel9alz X 0,10204 = Bittererde.

Diese Methode ist zwar ein Umweg, allein da die Verbrennung desFiltrums mit dem phosphorsauren Bittererde-Ammoniak sehr leicht un-verbrannte schwarze Kohle hinterlässt, so ist der Umweg gerechtfertigt.Das Resultat ist, wie bei der Verbrennung, leicht etwas zu hoch, weil dasFiltrum kleine Mengen Eisenoxyd auf sich niederschlägt. Man kann des-halb auch statt der obigen theoretischen Zahl 0,10204 die abgekürzte0,102 nehmen, um sich der Wahrheit noch etwas zu nähern.

3) Organische Reste, Hnmussäure und Humuskohle (Humin).

Von den früheren Vegetationen bleiben Reste von Wurzeln, Sten-geln, Blättern auf und in dem Boden, welche einer künftigen Vegetationzu Gute kommen. Es erleidet nun keinen Zweifel mehr, dass alle dieseStoffe durch Selbstentmischung und Sauerstoffaufnahme von aussen in Koh-lensäure übergehen, und als solche, aber nur als solche von der Pflanzeaufgenommen werden. Die reine Holzfaser geht durch Einwirkung vonLuft und Wasser in braune Stoffe über, welche in ihrem Verhalten zuAlkalien eine schwach saure Natur zeigen, und ganz besonders zu einerlangsamen Verbrennung und Kohlensäureentwickelung geneigt sind. Manunterscheidet unter diesen braunen Stoffen zwei verschiedene Modificatio-nen. Die erste ist löslich in einer verdünnten und warmen Lösung vonkohlensaurem Natron, und hat den Namen Humussäure, Huminsäure,Moder und Geinsäure erhalten. Die zweite Form ist nicht in kohlen-saurem , wohl aber in reinem Alkali unter Erwärmen löslich. Man hatdiese Modification Humuskohle oder Humin genannt. Sie kommt vor-zugsweise im Torfe und in der Braunkohle vor, und ist bei weitem nicht