Dreiundzwanzigstes Kapitel. Harnanalyse. 213
Bütteln zu mischen, eine Zeit lang ruhig hinstellt. Die verbrauchtenCubikcentimeter Quecksilberlösung durch 10 dividirt geben die ProcenteHarnstoff.
b) Mit Correction.
Die Gegenwart von Kochsalz und Phosphorsäure macht einen klei-nen Fehler, weil diese Stoffe ebenfalls mit der Quecksilberoxydlösung inWechselwirkung treten. Man muss deshalb diese beiden Stoffe vor derHarnstoff’bestimmung entfernen.
Man mische 50 CC. Harn, den man aus der Bürette ausfliessen lässt, mit50 CC. Barytwasser, schüttele um und filtrire. Von dein Filtrat nehmeman 20 CC. = 10 CC. Harn, stumpfe das freie Barythydrat mit einigenTropfen Salpetersäure ab und versetze sie mit soviel Zehent-Silberlösung, wieaus der vorher ausgeführten Kochsalzbestimmung zur vollständigen Fäl-lung des Kochsalzes nöthig ist. Man weiss, wie viel Silberlösung manauf 5,85 CC. Harn verbraucht hat, und berechnet die Menge für 10 CC.Harn durch eine Proportion. Diese Flüssigkeit braucht man nicht zufiltriren, sondern bringt sie mit dem Chlorsilber unter die Quecksilber-bürette und bestimmt den Harnstoff in der bekannten Weise. Da koh-lensaures Natron nicht auf Chlorsilber wirkt, so ist dessen Anwesenheitnicht schädlich.
Der Unterschied beider Analysen ist häufig sehr unbedeutend.
Chlorsilber wird von Barythydrat in gewöhnlicher Temperatur nichtzersetzt, wohl aber bei Gegenwart von Harnsäure. Wenn man 10 CC.Kochsalzlösung mit 10 CC. Silberlösung zersetzt, was genau aufgeht,und fügt Barytwasser hinzu, so bleibt das Gemenge weiss. Fügt manjetzt Harnsäure hinzu, so schwärzt es sich sehr bald von metallischemSilber und das Filtrat enthält wieder Chlor. Die Harnsäure, als sauer-stoffbegieriger Körper, veranlasst diese Zersetzung, gerade wie Chlorsil-berlösung und kohlensaures Natron sich allein nicht zersetzen, wohl aberwenn Traubenzucker dazu kommt. Aus diesem Grunde wurde oben dasAbstumpfen des Barythydrates empfohlen.
3) Phosphorsäure.
a. Durch Fällung und Auswaschung.
Man lässt 18,2 CC. Harn aus der Bürette fliessen und versetzt siemit soviel einer Flüssigkeit, die aus viel freier Essigsäure, Eisenalaun(oder Eisenchlorid) und essigsaurem Natron zusammengesetzt ist (II,S. 87), bis das Gemenge eine entschieden röthliche Farbe hat, schüttelttüchtig um und giesst sogleich auf ein bereits zurechtgemachtes und mitWasser befeuchtetes Sternfilter. Man süsst nun ununterbrochen aus, zu-letzt mit warmem Wasser. Wenn das Filtrat keinen Eisenoxydgehaltmit Blutlaugensalz zeigt, lässt man ablaufen und übergiesst das Filtrummit Salzsäure und warmem Wasser. Das phosphorsaure Eisenoxyd löstsich leicht auf und wird mit Wasser vollkommen ausgewaschen. Diesalzsaure Lösung bringt man in einer Flasche auf amalgamirtes Zink undlässt das Eisenoxyd zu Oxydul reduciren. Man giesst die reducirte