denke noch ganz besonders zweier solcher blonder Kämpen, da sie beidenoch in der Armee dienen; ihre Namen fanden einen Ehrenplatz in demdritten Theile der „Geschichte der Artillerie;" der Eine sogar ohne Ar-tillerist zu sein. — Beide schlugen sich au einem schönen Abende ganzwüthend mit ihren kurzen Säbeln um die Gunst der Prima Donna aufden Brettern. Wer hätte es glauben sollen, daß aus den damalsin Glatz sich versuchenden darstellenden Mimen so große Künstler, wieLudwig Dcvricnt, Anschütz und Frau, Döring und Carl Scpdelmann,aus den beiden genannten Duellanten aber tapfere Verfechter in un-sern Freiheitskriegen, im Frieden Männer von hoher Capacität, hervor-gehen würden, wie die beiden Obersten von Hahn und von Scpdlitz. —Meine Gönner, Richter und Holsche, führten mich öfters vom Erercir-platz unmittelbar in's Comödienhaus. Tort wurde der kleine nette Bom-bardier von zarten und schönen Händen gestreichelt, er wurde gehät-schelt und belobt, und so in der unschuldigsten Weise der erste Grundzu dessen späterer gar arg hervortretender Eitelkeit gelegt. Nichts dcsto-weniger bin ich dem jetzigen Obersten a. D. Richter für seine damaligeTheilnahme herzlichst verpflichtet, und den gütigen Damen würde ich gern,wenn sie noch lebten, dankbar die Hände küssen. Mein guter Holscheist leider auch hingegangen.
Nun begann auch mein soldatischer Ehrgeiz sich schon zu regen.
Der Sohn meines Hauptmanns stand als Unteroffizier bei derselbenCompagnie. Noch blutjung und klein, hatte er bereits in den letztenKri'cgsjahrcn bei den grünen Füsilieren seinen Dienst begonnen. Dies,und der begünstigende Umstand, in des Vaters Compagnie zu stehen —hatten ihm die Unteroffizier-Tressen gegeben, denn später entwickelte aus-gezeichnete Talente und hohe Verdienste desselben konnten damals wohlnoch nicht voraus gesehen sein und mitgewirkt haben. Also war es blosGunst des Schicksals, und wir andern Bombardiere sahen deshalb miteinem gewissen neidischen Gefühl auf denselben; wir glaubten ihn beijeder Gelegenheit bevorrechtet. So geschah es auch, daß auf die imFrühjahr 1810 crgangenc Bestimmung, wie von jeder Compagnie einerder sich eignenden jungen Leute zum Fähndrichs-Eramcn nach Brcslau,und zu dem Besuch der, dort neu zu errichtenden, Kriegsschule (so hie-