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So bin ich denn angelangt an dem Ziele, welches ich diesem erstenTheile meiner „Wanderungen" gesteckt habe, und ich übergebe solchendem gütigen Leser, mit dem offenen freien Geständnisse, wie es einemSoldaten gebührt, daß ich die Mangel desselben wahrlich erkenne, undwenn ich gefehlt habe, es nie vorsätzlich geschehen ist. Darum bitte ich:„Man wäge und richte nicht das Wort, sondern erfasse und beurtheile„den Sinn und die Absicht dieses meines Unternehmens."
Was konnte dieselbe wohl anders sein?
Als den alten Kriegsgefährten, welche noch aus jenen Befreiungs-kämpfen leben, zuzurufen, wie ich es bereits im Eingänge dieses Buches(siehe Seite 23) gethan habe:
Auszuschließen und zu wecken die Erinnerungen aus jener großen Zeit,und mit ächt soldatischem Sinne und Pflichttreue, Jeder in seinem Be-reiche bleibend, die Thaten unserer Waffenbrüder aufzunotiren. So al-lein kann nur die bleierne Last unverdienter Vergessenheit gelüftet werden,welche unbegreiflicher, unverzeihlicher Weife deren Andenken deckt. —
Aber zaudern wir nicht länger, es ist die höchste Zeit; noch wenigeJahre, und es dürfte zu spät sein. Zeigen wir uns daher werth desGlückes, daß Gott uns Gesundheit und Kraft verliehen, um das Ver-säumte nachzuholen, und folgen,wir dabei der Bahn, die uns einzelneMänner, tüchtige Soldaten und tüchtige Militair-Schriftsteller, würdigeröffneten.
Meinen jüngeren Kameraden empfehle ich diese Blätter, welche ich mitGewissenhaftigkeit und Treue, im gehobenen Sinne ächter Ehrenhaftig-keit eines alten preußischen Soldaten aus jener hochherzigen Zeit, undmit der entschiedensten Vorliebe für das noble Metier des Kriegers nie-derschrieb.
Gelingt es mir, was mein höchster Wunsch ist, hier und dort denKeim zu legen, den fast überall sich vorfindenden aber durch's freie Wort,