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Geschichte der Englischen Revolution bis zum Tode Karls des Ersten : mit dem Portrait Karl's I / von Franz Guizot
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Einleitung

Als die Dinge auf diesem Punkte angelangt waren. erhob sichzwischen den Reformatoren ein tiefes Zerwürfniß. Die Weiterblickendenoder Furchtsameren wendeten sich der Vertheidigung der bedrohten gesetz-lichen Ordnung und Monarchie zu; die Kühneren und weniger Bedenk-lichen betraten den Weg der Revolution.

In diesem Augenblicke entstanden die beiden Hauptparteien, diesich unter verschiedenen Namen und äußern Formen entwickelt und seitzwei Jahrhunderten die Geschicke Englands geleitet haben die derErhaltung der bestehenden Ordnung geweihte, und die dem Vorschreitendes Volkseinflusses günstige Partei die Torys und die Whigs,die Conservativen und die Neuerer.

Im Schoße des Parlaments war der Kampf heftig aber kurz.Die monarchische Partei suchte sich um den König her zu organistren undin seinem Namen zu regieren. Diese ersten Versuche zur constitutionellenRegierung scheiterten an den Fehlern des inconsequenten, leichtsinnighartnäckigen und gegen seine Rathgeber wie gegen seine Feinde gleichunaufrichtigen Königs; durch die Unerfahrenheit seiner abwechselnd zuselbständigen und zu schwachen, und im Palaste wie im Parlamente un-ablässig verrathenen und in ihren Bestrebungen gehemmten Rathgeberselbst; durch das Mißtrauen und die Ansprüche der revolutionären Par-tei, die entschlossen war, sich nicht eher zufrieden zu geben, als bis dieabsolute Gewalt, welche sie vernichten wollte, in ihre Hände übergegangenwar. Eines Tages wurde bei Gelegenheit einer dem König zu überrei-chenden neuen Vorstellung gegen die alten Beschwerden als ob die-selben noch keine Abhilfe gefunden hätten, die Majoritätsfrage zwi-schen den beiden Parteien entschieden aufgestellt. Die Debatte wurde soheftig, daß man im Sitzungssaale der Gemeinen selbst aus dem Punktestand, zu Thätlichkeiten zu kommen. Elf Stimmen gaben der Revolutions-partei den Sieg. Fünfzig Tage nach dieser Abstimmung verließ der Königals Flüchtling seinen Residenzpalast Whitehall, den er nur wieder betre-ten sollte, um das Schaffet zu besteigen. Sofort verordnete das Hausder Gemeinen, daß das in Gefahr befindliche Reich ohne Säumen inVertheidigungszustand zu setzen sei. Der Parlamentskamps hörte auf;der Bürgerkrieg begann.

In diesem ernsten Augenblicke gaben sich hier und da in beidenParteien, besonders in der auf ihre Kraft und vielleicht auch auf ihreSache weniger vertrauenden königlichen, patriotische Wehmuth und düstereAhnungen kund. Dies war aber nicht das allgemeine Gefühl. In denmeisten Herzen herrschte das glühende Verlangen nach dem Siege unddie Hoffnung aus denselben. Der Geist des Widerstandes gegen Un-