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Einleitung,
von einer ungeheuern Menschenmenge, die ihn ihren Befreier nannte,umringt, triumphirend in London einzog.
Die der Beseitigung einer großen Furcht folgende Freude über-wiegt auf einen Augenblick jede Eifersüchtelei und jeden Haß. DasParlament überhäufte Cromwell mit Gunstbezeigungen; es gab ihm einereiche Dotation an Gütern; der Palast von Hampton Court wurde ihmzur Wohnung angewiesen; selbst die Mißtrauischsten überhäuften ihnmit Zeichen von Dankbarkeit und Ehrerbietung. Der Enthusiasmus desrepublikanischen Volkes war aufrichtiger und mehr werth. Die Revolu-tionen welche alte Größen umgestürzt haben, sind eilig und stolz, neuezu erheben. Es ist ihre Sicherheit, es ist ihr Stolz sich in ruhmvollenGebilden geweiht zu sehen, und es ist ihnen als ob sie hierdurch derGesellschaft, welche sie davon entblößt hatten, Ersatz böten. Hierausentsteht der Instinkt, der trotz der demokratischen Leidenschaften die Volks-parteien zu den Prunkhaften Kundgebungen, den ungemessenen Schmeiche-leien, der Götzendienerei der Sprache treibt, womit es ihnen gefällt, diegroßen Männer, die sie auf den von ihnen niedergerissenen Trümmern indie Höhe steigen sehen, zu berauschen. Sektirer wie Philosophen, Bürgerwie Soldaten, das Parlament wie das Volk, Alle vereinigten sich frei-willig oder gezwungen, Cromwell größer zu machen, wie um mit ihmzu wachsen, und die Republikaner der City von London, welche ihmentgegenkamen, um ihn zu empfangen, als er in ihre Mauern zurück-kehrte, machten sich selbst eine Freude, indem sie zu ihm sagten: „Ihrwäret dazu bestimmt, die Könige mit Ketten zu belasten und ihren Adelin Fesseln zu werfen." Die Blinden ahnten nicht, daß diese Fesseln baldan ihren eignen Gliedern liegen würden.
Cromwell nahm diese Huldigungen und Würden mit einer berechne-ten Demuth auf, die jedoch nicht aller Aufrichtigkeit ermangelte. „Gottallein," sagte er unablässig, „gebührt der Ruhm. Ich bin nur sein schwa-ches, unwürdiges Werkzeug." Er wußte, wie sehr diese Redeweise seinemLande und seiner Partei zusagte. Er übertrieb und wiederholte sie aus'sAeußerste, um Denjenigen, deren Vertrauen und Ergebenheit er aufdiese Weise erhöhte, zu gefallen. Aber es war auch der Ausdruck seineseignen innersten Gedankens. Gott, dessen Macht, dessen Vorsehung,dessen stete Einwirkung auf die Angelegenheiten der Welt und die Ge-müther, waren für Cromwell weder kalte Abstraktionen noch abgenutzteTraditionen, er glaubte wirklich daran. Allerdings war es ein Glaubevon geringer Wichtigkeit und wenigen Ansprüchen, der seine Handlungenunter den Lockungen des Lebens und den Nothwendigkeiten des Siegesweder regierte noch beengte, der aber im Grunde seiner Seele vorhandenwar und seine Worte begeisterte, wenn er durch die Großartigkeit der