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Geschichte der Englischen Revolution bis zum Tode Karls des Ersten : mit dem Portrait Karl's I / von Franz Guizot
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Einleitung.

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i und daß Mensche», die weder gckämpst noch gelitten hatten, allein die

^ Früchte des Sieges ernteten! Welche Beleidigung gegen Gott, daß die

^ . Rathschläge seiner Heiligen so wenig Gehör fanden! Von dem General-^ rathe der Offiziere im Namen des ganzen Heeres überreichte Petitionen,

ß verlangten trotzig die Zahlung der Soldrückstände, Reform der Miß-

^ bräuche der Regierung, Befriedigung der Hoffnungen des Volkes Gottes.

E Das bedrohte Parlament vertheidigte sich, wurde zornig und griff seiner-

seits wieder an. Es beeilte die Auflösung eines beträchtlichen Theiles derArmee und setzte den Hampton Court-Palast, welchen es Cromwell ange-wiesen, zum Verkaufe aus. Diese Spannung hielt schon seit achtzehnMonaten an. Man fühlte von beiden Seiten, daß eine Krisis bevorstand.Wer war dazu bestimmt daraus als Sieger hervorzugehen? Das Par-lament kam plötzlich zu dem Entschlüsse, selbst die von ihm verlangte Aus-lösung zu beschleunigen, es begann das Wahlgesetz lebhaft zu berathenund darüber abzustimmen; aber sein Gesetz hatte gerade den Zweck, dieMacht in den Händen zu belassen, welchen es dieselbe nehmen sollte.Die gegenwärtigen Mitglieder des republikanischen Parlaments bliebenvon Rechtswegen ohne Neuwahl Mitglieder des neuen. Die Wahlensollten nur der durch das Gesetz bestimmten Zahl gemäß, die Lücken derVersammlung ausfüllen, und damit der Sicherheit der Kombinationnichts mangelte, die alten Mitglieder allein den mit der Untersuchungder Neuwahlen und der Zulassung oder Verwerfung der Erwählten beauf-tragten Ausschuß bilden.

Dies war keine Auflösung des Parlaments, sondern eine neuedemselben gegebene Frist. Jetzt zauderte Cromwell nicht länger; erbrach eine Berathung mit bei ihm in Whitehall versammelten Offizieren,kurz ab, begab sich nach dem Hause der Gemeinen, nahm schweigendwährend der Berathung seinen Platz ein, erhob sich in dem Augen-blicke wo das Wahlgesetz zur Abstimmung kommen sollte, plötzlich undkündigte ihnen mit der höchsten Brutalität, indem er die Verhaßtheitder Parteiführer des Parlaments benutzte, um sie mit groben Schmä-hungen zu überhäufen und sie, um sie noch tiefer in den Staub zu treten,auf das Gemeinste beleidigte, an, daß sie nichts mehr zu sagen hätten,ließ sie durch eine Compagnie Soldaten als nur zu lange schon geduldeteEindringlinge aus ihrem Sitzungssaals verjagen und machte so demlangen Parlamente ein schnelles Ende.

Keiner leistete Widerstand, Niemand erhob seine Stimme, nichtetwa weil das auseinander getriebene Parlament keine eifrigen, treuenFreunde gehabt hätte, es besaß deren, wenn auch nicht viele, aber siehatten die Gewalt und die öffentliche Meinung gegen sich. Alle andernParteien, mochten sie nun die That Cromwells billigen oder nicht, ju-