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Einleitung.
der Schwelle des ewigen angelangt war, trugen die Besorgnisse desSterbenden den Sieg über die Vorsicht des Königs davon; er entzogsich den Vorstellungen der anglikanischen Bischöfe, ließ einen in seinemPalaste verborgenen Benediktinermönch herbeirufen, und starb im Schoßeder katholischen Kirche, indem er in der letzten Stunde den Verdachtseines Landes, gegen welchen er sich stets verwahrt, und seinen Bruderin dem Entschlüsse bestärkte, der Kirche, außer welcher Karl trotz seinerskeptischen Gleichgiltigkeit, nicht zu sterben wagte, unterwürfig zu leben.
Jacob hatte während seiner vierjährigen Regierung keinen andernGedanken als diesen. Er machte auf die absolute Gewalt Anspruch, nichtin Folge des Enthusiasmus einer kräftigen, gebieterischen Natur,noch um einem leidenschaftlichen Ehrgeize zu genügen, sondern durcheinen unverständigen und unlenksamen Fanatismus dazu bewogen. DerGrundsatz, auf welchem die Konstitution der römischen Kirche beruht,die Unfehlbarkeit und Selbständigkeit der höchsten Macht, war für ihnnicht blos ein Glaubensartikel, sondern auch eine Regierungsmaxime.In seinem beschränkten, schroffen Geiste schmolz der geistliche Staat mitdem weltlichen blind zusammen und er glaubte als König das Recht zuhaben, von seinen Unterthanen im Staate dieselbe unbedingte Unter-würfigkeit zu verlangen, welche er selbst als Katholik in der Kirche zuleisten verbunden war.
Er hatte seit seiner Kindheit diejenigen, welche seinen Glaubentheilten, und sich selbst wegen seines Glaubens, grausam bedrückt gesehen.Auf den Thron gelangt, betrachtete er die Erlösung der katholischenKirche in England als seine Pflicht und Sendung, und begriff keine an-dere Art ihre Befreiung zu bewerkstelligen, als ihr die Herrschaft wiederzugeben. Es war eine traurige Verkettung von menschlichen Irr-thümern und Sünden, die sich folgten und aus einander hervorgingen.Statt ihr beiderseitiges Recht anzuerkennen und zu achten, wußten dieProtestanten und Katholiken weiter nichts zu thun, als sich abwechselndzu verfolgen und zu knechten.
In der aufrichtigen Hoffnung, daß es ihm gelingen würde oderum sich später vor jedem Vorwürfe zu sichern, versuchte Jacob anfangsnach den Gesetzen zu regieren. An dem Tage, wo er den Thron be-stieg, verhieß er, in der Kirche wie im Staate die bestehenden Gesetzeaufrecht zu erhalten, rief kurz darauf ein Parlament zusammen und er-neuerte feierlich seine Versprechungen.
Es dauerte aber nicht lange bis er einige wichtige, wenn auch verein-zelte Handlungen im Widersprüche damit beging. Er fuhr fort vondem Parlament nicht bewilligte Steuern erheben zu lassen. Zu derselben