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Geschichte der Englischen Revolution bis zum Tode Karls des Ersten : mit dem Portrait Karl's I / von Franz Guizot
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62
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Einleitung.

förmliche Einladung, dem Glauben und den Gesetzen von England zuHilfe zu kommen, und ihr Versprechen, ihn auf alle Gefahr hin, undmit aller ihrer Macht zu unterstützen, zu überbringen.

Wilhelm hatte nur auf diese» Schritt gewartet.Jetzt oder nie,"hatte er zu seinem Vertrauten, Dykvelt, gesagt, als er den gegen dieBischöfe beabsichtigten Prozeß und deren Widerstand erfuhr. Sobald erdie Botschaft erhalten, kündigte er mit einem klugen und kühnen Ge-misch von Offenheit und Zurückhaltung seine Absicht eben so öffentlichan, als er sich für dieselbe rüstete. Er wollte, sagte er, nicht eine Er-oberung machen und eine Krone an sich reißen, sondern nach dem Ver-langen der Engländer selbst, die Vermittlung zwischen ihnen und ihremKönige übernehmen, und die bedrohten Gesetze und Religion vonEngland beschützen. Er berieth sich mit den holländischen General-staaten über die Ziemlichkeit des Unternehmens, und verlangte dafürihre Zustimmung und Unterstützung. Er benachrichtigte nicht nur dieprotestantischen Fürsten, sondern auch den deutschen Kaiser und denKönig von Spanien davon, die Einen als Vertheidiger des Protestan-tismus, die Andern als Vertreter des europäischen Gleichgewichts. Nochnie ist wohl ein derartiges Unternehmen in diesem Maße und so langevorher eingestanden, debattirt, erläutert und gerechtfertigt worden. GanzEuropa wußte und begriff es; die Verschwörung und der persönliche Ehr-geiz verschwanden unter der Großartigkeit der Sache und des Ereig-nisses. Weniger als vier Monate nach dem Eintreffen der Aufforderungder Whigs und Tones segelte Wilhelm an der Spitze einer Flotte undeines Heeres, mit der geheimen Zustimmung und von den guten Wünschender meisten protestantischen und katholischen Könige, und selbst des Pap-stes Jnnocenz XI., dem das hochfahrende Benehmen Ludwigs XIV.,heftigen Groll und die thörichte Verwegenheit Jakob II. tiefe Verach-tung eingeflößt hatte, begleitet nach England ab.

Jakob war der Einzige, der die Gefahr nicht begriff und nicht ansie glaubte. Umsonst erhielt er von Ludwig XIV. genaue Nachrichten,und das Anerbieten hinreichender Unterstützung; umsonst berichteten ihn«seine eigenen Agenten im Haag und in Paris über alle Rüstungen undalle Fortschritte des Unternehmens. Er wies alle Aufklärungen, alleVorschläge von sich. Ein Ueberrest englischen und königlichen Stolzeshielt ihn ab, sich öffentlich durch die Soldaten des ausländischen Kö-nigs, dessen Gaben er, ohne zu erröthen, im Geheimen angenommenhatte, auf dem Throne erhalten zu lassen; vielleicht war es auch in einerlies in seiner Seele verborgenen Furcht, und in einer Ahnung seiner Ohn-macht, daß er sich der Gedanken an seine Gefahr entschlug. Diese Ahn-ung täuschte ihn nicht. Zwischen Wilhelms Landung und seinem Ein-