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Geschichte der Englischen Revolution bis zum Tode Karls des Ersten : mit dem Portrait Karl's I / von Franz Guizot
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63
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Einleitung.

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zuge in London vergingen mehr als sechs Wochen; er rückte langsamdurch das Land vor, und war eben so gefaßt aus Widerstand wie aufBeitritt. Es ließ sich nirgends Widerstand blicken; zu Jakob's Verthei-digung wurde nirgends ein Versuch gemacht; es wurde kein TropfenBluts für ihn vergossen. In der Gefahr eben so kleinmüthig, als er denGedanken daran früher hartnäckig von fich gewiesen hatte, suchte erdurch Schwäche dasjenige wieder zu erlangen, was er durch Uebermuthverloren; er nahm Alles, was er gethan, zurück, bewilligte Alles,was er verweigert, gab den Städten ihre Freibriefe, den Universitätenihre Privilegien, den Bischöfen seine Gunst zurück, entließ den PaterPetre aus seinem Staatsrathe, und suchte mit Wilhelm Unterhandlun-gen anzuknüpfen. Seine Schwäche war aber jetzt eben so fruchtlos, alsfrüher sein Uebermuth ohnmächtig. Jakob erfuhr, in seinem Palasteeingeschlossen, täglich neue Abfälle seiner Generale und Räthe. SeineTochter, die Prinzessin Anna, entfloh und begab sich in das Quartierdes Prinzen. Whitehall wurde zu einer Einöde, und war in Gefahr,bald zu einem Gefängnisse zu werden. Jakob floh ebenfalls. Auf derFlucht erkannt und durch die unverständige Menge nach London zurück-gebracht, flüchtete er, nach einigen in nutzlosen Verlegenheiten zugebrach-ten Tagen, von Neuem, und auf ewig. Kaum drei Stunden nach sei-ner Entfernung aus London, am 28. December 1688, rückten sechsenglische und schottische Regimenter mit fliegenden Fahnen im Namendes Prinzen von Oranien dort ein. Wilhelm selbst, der aus Neigung,wie aus Berechnung, auch den Schein des Triumphes vermied, langteam Abend im St. Jamespalaste an, und fünf Wochen darauf, am 22.Januar 1689, trat ein unter dem Namen der Konvention einberufe-nes außerordentliches Parlament in Westminster zusammen, um die Re-volution zu bestätigen und zu ordnen.

Jetzt kamen hier zwischen den Parteien, und unter allen Parteienselbst, die bisher durch die gemeinsame Gefahr unterdrückten Meinungs-verschiedenheiten offen zum Vorschein. Unter den Tones erwachten allemonarchischen Gewissensbedenkcn von Neuem. Unter den Whigs erschie-nen wieder alle revolutionären Versuchungen. Die furchtsamsten Tonessagten, daß es weise sein würde, den König Jakob, nachdem man vonihm einige Bürgschaften erlangt, zurückzurufen. Die stürmischsten Whigssprachen davon, eine durch einen Staatsrath regierte Republik unterdem Prinzen von Oranien als Präsident, zu errichten. Zwischen diesenextremen Ansichten bewegten sich die ebenfalls verschiedenartigen undverwirrten gemäßigten Meinungen. Viele von den der Monarchie ge-neigten, aber noch von den Grundsätzen des republikanischen langenParlaments durchdrungenen Whigs verlangten, daß man den König Ja-