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Geschichte der Englischen Revolution bis zum Tode Karls des Ersten : mit dem Portrait Karl's I / von Franz Guizot
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173
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3. Buch. Irländischer Aufstand. 173

nachrichtigt, durch ihr auffälliges Verlassen der Stadt Alles zum Schei-tern brachten.

Das schottische Parlament schlug die Sache weislich nieder; esfürchtete die Gefahr nicht mehr und wollte die eben erlangten Güternicht durch einen aufsAeußerste getriebenen Kampf aus das Spiel setzen.Der König selbst erhob, um seine Pläne und deren Erfolglosigkeit zuverbergen, Hamilton zum Herzog, Argyle zum Marquis und Lesleyzum Grafen von Leven. Aber Hampdcn und der englische Comite be-eilten sich, von Allem vollkommen unterrichtet, Alles nach London zumelden, wo die Zeit, auf welche sich die Kammern vertagt hatten, bei-nahe verstrichen war. Der Schrecken der Oppositionspartei war groß.Sie hatte trotz ihres Mißtrauens keine solche Gefahr vorausgesehen unddie Häupter glaubten ihre frühern Verbindungen mit den schottischen In-surgenten, so wie die Rebellion selbst durch den letzten Friedensvertragvöllig amnestirt. Nach diesem Beweise der hartnäckigen Rachsucht desKönigs hielten sich selbst sonst gemäßigte Männer für unwiederbringlichcompromittirt. Mr. Hyde machte sich eines Tages, als er die LordsEssex und Holland traf, die sich mit sorgenvollem Gesicht über dieNachricht unterhielten, über ihre Befürchtungen lustig und erinnerte siean das, was sie selbst vor einem Jahre von Argyle und Hamilton ge-halten hatten.Seitdem hat sich Alles verändert!" antworteten sie ihm,der Hof sowohl, wie das Land." An dem Tage, wo das Parlamentwieder zusammentrat, ließ es den Grafen Essex um eine Schutzwacheersuchen, die, wie es hieß, für die Sicherheit des Parlaments unerläß-lich geworden sei, und erhielt dieselbe auch sogleich. In den Zusam-menkünften bei Lord Holland in Kensington theilten sich die Häupterder beiden Häuser ihre Nachrichten und ihren Argwohn mit, und über-legten unruhig, und durch ihre Unruhe angetrieben, Alles zu wagen,was sie beginnen sollten.Wenn der König," sagte Lord Newport,gegen uns solche Komplotte schmiedet, so sind seine Gemahlin und seineKinder hier." Und ihre Besorgnisse waren um so größer, als sie sichderen nicht zur Aufregung des Volkes zu bedienen wagten, da inSchottland nichts an den Tag gekommen war und man in London alsoauch nichts entschleiern konnte.

Mitten in dieser dumpfen Aufregung erfuhr man Plötzlich, daßeine neue, eben so allgemeine, als heftige Empörung Irland mit Blutbedecke und die protestantische Religion und das Parlament mit dergrößten Gefahr bedrohe. Die irischen Katholiken aller Stände hattensich überall erhoben, die Freiheit ihres Glaubens und Vaterlandes ge-fordert , sich dabei des Namens der Königin und selbst des Königs be-dient, und eine Bestallung, die sie, wie sie sagten, von ihm erhalten,