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Geschichte der Englischen Revolution bis zum Tode Karls des Ersten : mit dem Portrait Karl's I / von Franz Guizot
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Die Milizangelegenheit.

3. Buch.

aufforderte sich zu erklären, riefen seine bisher in dieser Frage in derMinorität gewesenen Freunde:So denken wir Alle!" Die Menge- war vor der Thür, die Lords geriethen in Furcht, Mehrere verließen dieSitzung, Andere wnrden anderer Ansicht, selbst der Kanzler Littletontrat mit einigen unnützen Vorbehalten dem Verlangen der Gemeinen bei,dem sich endlich die Kammer anschloß, und wenige Tage darauf wurdedas Gesetz wegen Ausschließung der Bischöfe, welches ebenfalls schonseit drei Monaten dem Oberhause zur Beschlußnahme vorlag, von dem-selben angenommen.

Es wurde, da die Fassung des Milizgesetzes noch nicht bestimmtwar, dem Könige allein vorgelegt. Dieser befand sich in großer Verle-genheit, er hatte den Kammern eben die Reise der Königin angezeigt,um sie zu besänftigen osficiell jeder Verfolgung gegen die fünf Mitglie-der entsagt, und sogar eingewilligt, den von den Gemeinen gewünschtenSir John Conyers zum Gouverneur des Towers zu ernennen, aberes war seine Hoffnung, bis zu dem Tage, wo er bereit sein würde nichtsweiter zu thun, jeder großen Frage auszuweichen. Die Ausschließungder Bischöfe beunruhigte sein Gewisien, das Aufgeben der Miliz lieferteseinen Gegnern alle Strcitkräste des Landes in die Hände. Unterdessendrang man in ihn; seine eigenen Rathgeber glaubten nicht, daß er Allesabschlagen dürft; Lord Falkland. der stets an die Aufrichtigkeit Andererglaubte, war immer zur Nachgiebigkeit geneigt; der nicht eben frommeund die Auswege liebende Colepepper bestand lebhaft auf der Annahmedes Gesetzes über die Bischöfe, indem er sagte, daß die Miliz bei weitemwichtiger sei, daß man mit dem Schwerte Alles wieder nehmen könne,und daß es dann leicht sein würde, eine durch Gewalt entrissene Zu-stimmung für nichtig zu erklären.Ist dies auch Hyde's Ansicht?" fragteihn der König.Nein, Tire, ich gestehe, daß er denkt, daß weder dieeine noch die andere Bill genehmigt werde» dürfe."Er hat recht,ich werde es so machen." Colepepper begab sich jetzt zur Königin,malte ihr die Gefahren des Königs wie ihre eigenen, und die Hindernisse,welche sich ihrer Reise, dem einzigen Mittel den König in den Stand zu setzen,dereinst seine Feinde zu besiegen, entgegenstellen würden, aus. Die zurFurcht eben so schnell wie zur Hoffnung bereite, und überdies denanglikanischen Bischöfen nicht eben geneigte Königin, ließ sich durch dieHeftigkeit seiner Geberden und Worte leicht in Bestürzung setzen undüberreden. Sie eilte zu ihrem Gemahl, bat, weinte und drang im Namenseiner Sicherheit, ihrer Zukunft und ihrer Kinder in ihn. Karl warunfähig ihr etwas abzuschlagen j er gab mit Traurigkeit und Reue nach,wie in Strafford's Processe, ermächtigte seine Kommissäre in seinem