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Geschichte der Englischen Revolution bis zum Tode Karls des Ersten : mit dem Portrait Karl's I / von Franz Guizot
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Bildung der Heere.

3. Buch.

Erhaltung des Friedens günstige Petition zu unterdrücken und betriebdie Kriegsrüstungen offen und kräftig. Karl hatte sich erboten, in Per-son den täglich heftiger werdenden Aufstand in Irland zu unterdrücken,sein Anerbieten wurde aber verworfen. Er weigerte sich Lord Warwick,der von den Kammern dazu vorgeschlagen wurde, den Befehl über dieFlotte zu geben. Warwick nahm aber trotz seiner Weigerung davonBesitz. Der Lord Mayor Gournch scheute sich nicht den Befehl desKönigs, wegen Aushebung der Miliz zu seinem Dienste und in sei-nem Namen, zu veröffentlichen; er wurde angeklagt, in den Tower ge-worfen, abgesetzt und erhielt zum Nachfolger in seinem Amte den Alder-man Pennington, einen eifrigen Puritaner. Die City lieh 100,000Pfd. her, eben so viel wurde von den für Irland bestimmten Gelderngenommen, in den Kammern eine Subscription eröffnet und ein Mit-glied nach dem andern aufgefordert, sogleich seine Absichten auszusprechen.Einige weigerten sich; Sir Henry Killigrcw sagte:Wenn sich die Ge-legenheit dazu bietet, so werde ich ein gutes Pferd, ein gutes Büffel-wamms, ein gutes Paar Pistolen nehmen, und nicht verlegen um einegute Sache sein," reiste aber sogleich darauf nach seiner Grasschaft ab,da er sich »ach solchen Worten nicht ohne Beleidigungen und Gefahrauf den Straßen von London blicken lassen durfte. Der Enthusiasmusdes Volkes war aufs Höchste gestiegen. In der City wie in Westminsterhatte die Entfernung der royalistischen Mitglieder ihre Anhänger zuBoden gedrückt, das Parlament erließ einen Ausrufanden Patriotismusder Bürger, man nahm Silber, Tafelgeräth, Juwelen, kurz Alles an,um einige Cavalerieschwadronen auszurüsten und versprach dafür acht-prozentige Zinsen. Die Kanzeln hallten von den Ermahnungen derPrediger wieder, der Erfolg übertraf die Rathschläge der Leidenschaft-lichsten und die Erwartung der Zuversichtlichsten. Zehn Tage lang wurdeeine ungeheure Quantität von Silbergeschirr nach Guildhall gebracht; esmangelte an Leuten, um Alles anzunehmen, an Platz, um es aufzube-wahren. Arme Frauen kamen mit ihrem Trauringe und ihren goldenenoder silbernen Haarnadeln, und Viele warteten sehr lange, bis man ihnenihre Gaben abnahm. Als Karl von diesem Erfolge der Gemeinen Nach-richt erhielt, wollte er das gleiche Mittel versuchen, aber der Enthusias-mus läßt sich nicht nachahmen und die Selbstentäußerung des Volkesreicht nur für die Bedürfnisse Einer Sache hin. Die Universität Oxfordsendete dem Könige ihr Silbergeschirr zu; nach ihrem Beispiel ließ auchdie von Cambridge das ihre einpacken und schon war ein Theil davonabgegangen, als plötzlich der stets wachsame Cromwell erschien und jedeneue Sendung verhinderte. Die Commiffäre des Königs sammelten mitvieler Mühe von Schloß zu Schloß einige geringe Beiträge ein und der