4. Buch.
Waller's Complot.
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denen Motiven hervorgegangenen Handlungen von so ungleicher Wich-tigkeit war die seit lange schon begonnene Verschwörung doch täglichernsthafter geworden. Man erinnerte sich jetzt, daß Waller bei einer derso oft wieder aufgenommenen und abgebrochenen Negotiationen vor mehrals drei Monaten einer von den nach Oxford gesendeten Kommissärengewesen war und der König ihn am Tage der Vorstellung, wo er denLetzten in der Reihe bildete, mit besonderer Gnade empfangen und zuihm gesagt hatte: „Mr. Waller, Ihr seid zwar der Letzte, aber wederder Schlechteste, noch der Geringste in meiner Gunst." Seit dieserEpoche hatte eine eifrige Korrespondenz mit Oxford stattgehabt, roya-listische Kaufleute, die aus London geflohen waren, um den Verfolgun-gen der Kammern zu entgehen, hatte» die Hauptagenten abgegeben, eingewisser Hall, der insgeheim in Beaconsfield wohnte, besorgte die Kor-respondenz an ihre Bestimmungsorte; Lady Aubigny, der das Parla-ment erlaubte, in Privatangelegenheiten nach Oxford zu gehen, hatte vondort in ihren Locken verborgen eine Bestallung des Königs, wodurcheinige von den Verschwornen ermächtigt wurden, in seinem Namen Leuteund Kontributionen auszuheben, mitgebracht; ganz neuerlich hatte manendlich Hall sagen lassen, daß „das große Schiff bei den Dünen ange-langt seid. h. daß alles bereit wäre, und dieser Lord Falkland davonbenachrichtigt, der darauf geantwortet hatte: „Man soll sich also beei-len , denn es wird täglich schwerer, dem Kriege Einhalt zu thun."
Es war mehr, als die Justiz der Partei bedarf, und das Parla-ment hätte, wenn es gewollt, noch mehr davon glauben können. Wallerbat, von einem schmählichen Verlangen, sein Leben zu retten, getrieben,es um jeden Preis erkaufen zu dürfen, verschwendete sein Geld, seineGeständnisse und Denunciationen, wendete sich an die Niedrigsten wie dieMächtigsten um Schutz, flehte alle in Ansehen stehenden Fanatiker an,das demüthige Bekenntniß seiner Rene anzuhören, und war bereit, dieWichtigkeit des Complots zu> übertreiben, wie er früher in Oxfordvielleicht die Anzahl und das Ansehen der Verschworenen übertriebenhatte. Die Lords Portland und Conway hatten von ihm einige ver-trauliche Mittheilungen erhalten und jetzt denuncirte er sie; der Grafvon Northumberland und viele Andere wurden durch seine Antwortencompromittirt. Wiewohl sich Wenige zu den Gesetzen nach strafbarenHandlungen hatten hinreißen lassen, waren doch Viele mit dem, was ge-schehen sollte, bekannt gewesen und hatten es gut geheißen; aber dasParlament war muthig und weise genug, gegen seine Feinde weder ihreUnklugheit, noch die Gemeinheit ihres Mitschuldigen zu mißbrauchen, undglaubte glücklicherweise, daß die Gerechtigkeit für seine Sicherheit hin-reichte. Nur sieben Personen wurden vor ein Kriegsgericht gestellt und