4. Buch.
Belagerung von Gloucester.
245
unsern Kräften bewahren werden."—Auf diese mit festem, trocknem,lautem Tmevorgelesene so kurze Botschaft, bei dem seltsamen Aussehen, derkalten Haltung der in Erwartung der Antwort des Königs unbeweglichvor ihm tehenden Abgeordneten, wäre die lleberraschling, der Spott undZorn dc> Umstehenden fast zum Nusbruche gekommen; Karl war abereben so wnsthaft wie seine Feinde, gebot mit einer Bewegung Nnheund verabschiedete die Abgeordneten mit den kurzen Worten: „WennIhr auf Hilft hofft. so täuscht Ihr Euch; Waller ist vernichtet undEffex kam nicht kommen." Sie waren kaum in die Stadt zurückgekehrt,als eine allgemeine Fenersbrnnst der von den Bewohnern selbst ange-zündeten Vorstädte ihnen außerhalb der Mauern nichts mehr zu be-wachen lrß.
Schs und zwanzig Tage lang vereitelten sie durch ihre unermüdlicheTapftrket alleBemühungen der Belagerer; außer 150 Mann Reserve wardie ganzcGarnison stets aufden Füßen; bei allen Arbeilen und Gefahrenschloffen üch die Bürger den Soldaten, die Frauen ihren Männern, dieKinder i,ren Müttern an. Maffey ließ sogar häufige Ausfälle machen,die nur wir drei Männern zum Entweichen benutzt wurden. Ueber einso lange! ruhe - und rühmloses Warten unmuthig, verwüstete das köni-gliche Her, um sich zu rächen, muthwillig die Umgegend, und selbst dieOfficiere verwendeten ihre Soldaten oft nur dazu, einen reichen Pächteroder einer friedlichen aber schlecht gesinnten Freigutsbesitzer aufzuheben,die nur durch Zahle» eines Lösegeldes die Freiheit wieder erlangten.Die Jnsibordination im Lager und der Haß des Volkes außerhalb dessel-ben nahmen täglich zu. Man hätte einen Sturm versuchen können,aber bereist vor Kurzem auf Bristol erfolgte war so theuer zu stehengckommer, daß ihn Niemand vorzuschlagen wagte. Der König erwarteteendlich mr noch von der Erschöpfung in die der Ort früher oder späterdurch di Blockade versetzt werde» mußte, den Sieg, als er zu seinemgrößten Erstaunen erfuhr, daß Effex i» der Nähe sei. Prinz Kaperttrennte ich mit einer Cavalerieabiheilung vom Heere und strengte sichvergeblio an, um ihn aufzuhalten; der Graf rückte vor, ohne sich vonseinem Narsche abwendig machen zu lassen, indem er seinen Feind vorsich hcrtieb. Schon war er nur noch wenige Meilen vom Lager ent-fernt, soon hatte sich die königliche Reiterei auf die Vorposten seinesFußvolk s zurückgezogen, als Karl. in der Hoffnung den Grafen, sei esauch n»' auf einen Tag, zurückzuhalten, ihm einen Boten mit Friedens-vorschlchen zusendete. „Das Parlament" antwortete Effex. „hat michnicht beiuftragt zu unterhandeln, sondern Gloucester zu entsetzen. Ichwerte ei thun. oder mein Leben vor den Mauern lassen." — „KeineVorschläge! keine Vorschläge!" schrieen seine Soldaten, als sie erfuhren,