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Oxforder Parlament.
5. Buch.
Abtei ein Denkmal errichten zu lassen. Das ganze Unterhaus schloß sichseinem Leichenzuge an und übernahm einige Tage später die Bezahlungseiner sich auf 10,000-6 belaufenden und, wie es hieß, nur zum Dienstedes Vaterlandes gemachten Schulden.
In dem Augenblicke, wo die Gemeinen diese Beschlüsse annahmen,begab sich eine Deputation des Communalraths der City zu den Lords,um den beiden Kammern für ihre Energie, dem Lord-General für seinenMuth zu danken, in ihre Hände von Neuem den Schwur, für die heiligeSache leben und sterben zu wollen, abzulegen und sie zum Beweis derEinigkeit z» einem Festmahle einzuladen.
Das Parlament gewann seine ganze Zuversicht wieder. An demTage, wo die Oxforder Versammlung zusammentreten sollte (22. Jan.1644), fand in Westminster ein Namensaufruf statt; im Oberhause sa-ßen nur 22 Lords, aber im Unterhause antworteten 280 Mitgliederdem Aufrufe und 100 Andere hatten sich nur im Dienste und auf denBefehl des Parlaments entfernt. Es beschloß, nicht zu leiden, daß seineRechte in Frage gestellt würden, und verächtlich jede Beziehung zu denNebenbuhlern, die man ihm zu geben gedachte, zurückzuweisen. Die Ge-legenheit dazu ließ nicht lange auf sich warten. Es waren kaum achtTage verflossen, als Essex dem Oberhause ein Packet, welches ihm derGraf Forth, der Obergeneral des königlichen Heeres, überschickt hatte,ohne es vorher zu öffnen, zustellte. Ein Ausschuß erhielt den Auftrag,davon Kenntniß zu nehmen; sein Bericht erfolgte schnell und in kurzenWorten: das Packet, erklärte er, enthalte nichts, was an die beidenKammern gerichtet sei, und der Lord-General Habenichts zu thun, als eszurückzusenden. Essex gehorchte auf der Stelle.
In der That war die Depesche nur an ihn gerichtet. 45 Lordsund 118 Mitglieder der Gemeinen, die in Oxford versammelt waren,benachrichtigten ihn von der Eröffnung ihrer Sitzungen, von ihren Wün-schen nach Frieden, den guten Gesinnungen des Königs, und drangen inibn, seinen Einfluß anzuwenden, um „Diejenigen, deren Vertrauen erhabe", ebenfalls zum Frieden zu bestimmen. Nur durch diese Worte wa-ren die beiden Häuser in Westminster bezeichnet, in denen Karl jetztnicht mehr das Parlament anerkennen wollte.
Am 18. Februar erhielt Essex einen neuen Brief. Der Graf vonForth verlangte von ihm einen Geleitsbries für zwei Edelleute, die derKönig, wie er sagte, mit Friedens-Instruktionen nach London sendenwolle. „Mylord", antwortete ihm Essex, „wenn Ihr von mir einenGeleitsbrief fordern werdet, damit sich diese Herren von Seiten desKönigs zu den beiden Parlamentshäusern begeben können, werde ich vonganzem Herzen Alles thun, was in meiner Macht steht, um zu dem, was