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Seine Niederlage.
5. Buch.
Vollmacht erhalten, zu unterhandeln, und kann mich dazu nicht her-geben, ohne meinen Eid zu verletzen. Ich bin, Mylords, Euer unterthä-nigster Diener Effex." — Eine so trockne Weigerung erzürnte die Royalistengewaltig; jeder Versuch zum Unterhandeln wurde jetzt aufgegeben. Wil-mot und Percy verloren ihre Stellen und die Feindseligkeiten begannenvon Neuem.
Effex sah sich bald in verzweifelter Lage. Er schlug sich täglich nurum mit jedem Tage in größere Gefahr zu versinken. Seine Soldatenwurden müde. In ihren Reihen begannen Meutereien zu gähren, derKönig zog seine Linien immer enger zusammen und errichtete überallVerschanzungen. Schon fehlte es der Reiterei des Grafen an Spiel-raum um Fourage aufzubringen, kaum hatte er noch einige Verbindun-gen mit dem Meere, dem einzigen Wege, auf welchem er sich Lebensmittelverschaffen konnte. In den letzten Tagen deö August wurde er endlichso eng umstellt, daß die Royalisten von den benachbarten Höhen ausAlles, was in seinem Lager vorging, sehen konnten. Aufs Aeußerste ge-trieben gab er der Reiterei unter Sir William Balfour den Befehl sich so gutsie könne durch die feindliche» Posten zu schlagen und setzte sich mit derInfanterie in Bewegung, um wo möglich die Hafenstadt Foy zu erreichen.Der Cavalerie gelang es beiNacht undNebel zwischen zwei royalistischenAbtheilungen durchzukommen, aber die auf schmale sumpfige Wege gera-thene Infanterie verlor, von dem großen königlichen Heere verfolgt undgezwungen auf jedem Schritte Kanonen und Gepäck zurückzulassen,endlich jede Rettungshoffnnng. Man sprach laut davon, daß kapitulirtwerden müsse. Niedergeschlagen, bestürzt, und nur von dem Wunschebeseelt, sich so vielen Demüthigungen zu entziehen, entfernte sich Effexplötzlich, blos von zwei Offneren begleitet, gelangte an die Küste, gingan Bord eines nach Plymouth absegelnden Schiffes und ließ sein Heerunter dem Befehl des General - Major Skippon zurück.
Sobald seine Abreise bekannt wurde, berief Skippon einen Kriegs-rath. „Meine Herren" sagte er, „Ihr seht, daß unser General und ei-nige von unsern Oberanführern es für gut befunden haben, uns zu ver-lassen. Unsere Cavalerie ist fort und wir müssen uns allein vertheidi-gen. Ich schlage Euch etwas vor. Wir haben eben so viel Muth wieunsere Reiterei, und denselben Gott, um uns zu unterstützen; versuchen wirunser Glück wie sie, schlagen wir uns wie sie durch unsere Feinde, esist besser mit Ehren zu sterben, als sein Leben mit Feigheit zu retten."Aber Skippon's Heldenmuth theilte sich dem Kriegsrathe nicht mit, vieleOffnere seines Heeres waren tapfer und treu, aber Presbyterianer oderGemäßigte, wie Effex, und gleich diesem entmuthigt und niedergeschlagen.Der König ließ ihnen eine unverhofft günstige Kapitulation antragen,