5. Buch.
Seine Niederlage.
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Hindernisse an. Von Manchester's Heer wurde gar keine Abtheilung aus-gesendet. Die Jndependcntensührer Baue, Samt John, Jreton, Crom-well, waren durch den Sieg bei Marston Moor beruhigt, froh, denSturz ihres Feindes, wenn auch durch einen großen Unfall erkaufenzu können.
Sie ahnten nicht, daß Esscx gerade in diesem Augenblicke und inseiner äußersten Noth vielleicht ihr Schicksal in seinen Händen hielt. Am6. Aug. wurde ihm in seinem Hauptquartier zu Lestithiel ein achtungs-volles Schreiben des Königs überreicht, welches unter großen Verspre-chungen in ihn drang, seinem Vaterlande den Frieden zu geben. LordBeauchamp, der Neffe des Grafen, hatte das Schreiben überbracht undmehrere Obersten seines Heeres schienen dafür günstig gestimmt zu sein.„Ich werde nicht antworten," sagte Essex, „ich habe dem König nur einenRath zu geben, und zwar den, zu seinem Parlament zurückzukebren."Karl drang nicht weiter in ihn; vielleicht wünschte er auch trotz der Nie-derlage von Marston Moor, das Dazwischentreten eines solchen Ver-mittlers nicht einmal. Aber der Friede hatte bei ihm hartnäckige Ver-treter ; der Geist der Unabhängigkeit und Prüfung bemächtigte sich derRoyalisten, der Name des Königs übte nicht mehr seine ehemalige Herr-schaft über sie aus und viele Offiziere besprachen sich bei ihren Zusammen-künften freimüthig über die öffentlichen Angelegenheiten und seinen Wil-len. Sie waren überzeugt, daß Essex nur deßhalb jede Eröffnung ab-gewiesen habe, weil ihm die Versprechungen des Königs unverbürgt er-schienen seien, und beschlossen ihm ihre Gewährleistung anzubieten undihn zum Anknüpfen mündlicher Unterhandlungen mit ihnen einzuladen.An der Spitze dieses Planes standen die Lords Wilmot und Percy, dieKommandanten der Cavalerie und Artillerie, der Eine kühn, geistreich,ein unermüdlicher Zecher und der Armee durch seine heitere Zugänglich-keit und fröhliche Laune theuer, der Andere kalt und stolz, aber kühn inseinen Reden, und einen guten Tisch führend, welchen er von vielenOfficieren theilen ließ. Als Karl von ihren Schritten und dem Ent-wurse eines Briefes, der in ihrem Namen umlief, Nachricht erhielt, wurdeer darüber heftig erzürnt. Indessen gefiel ihr Vorhaben selbst Denjeni-gen , welche das Mittel tadelten. Der König wagte daher nicht, es zuuntersagen und verstand sich dazu es gut zu heißen. Der Brief wurdeein von ihm anerkanntes officielles Aktenstück, Prinz Moritz und GrafBrentford, der Obergeneral des Heeres unterzeichneten ihn wie als erste Ur-heber, und ein Trompeter brachte ihn in das feindliche Lager. „Mylords,"antwortete Essex daraus, „Ihr habt in den ersten Zeilen Eures Schrei-bens schon sorgfältig angegeben, in Folge welcher Ermächtigung es anmich erlassen worden ist. Ich habe vom Parlamente, dem ich diene, keine