5. Buch.
und den Presbyterianern.
283
nannt. Crawsord hatte weiter nichts gewußt, alsCromwell unsinnigerWeise der Feigheit anzuklagen, während dieser, unablässig bemüht, dieFehler seines Gegners aufzuspüren, ihn bei den Soldaten verhaßt zumachen und beim Parlamente und Volke zu verklagen, Jenen bald außerStand gesetzt hatte, ihm zu schaden. Durch diesen Erfolg und die sicht-lichen Fortschritte seiner Partei ermuthigt, hatte er sich öffentlich zumSchutzhcrrn der Gewissensfreiheit erklärt und sogar beim Parlamentemit Unterstützung der Freidenker und Philosophen es dahin zu bringengewußt, daß ein Ausschuß ernannt wurde, um zu untersuchen, wie mandie Dissidenten zufrieden stellen oder sie in Ruhe lassen könne. Jetztgriff er Manchester selbst an, sprach von den Schotten nur noch mitHohn, machte sich anheischig, daß er schon ohne sie siegen, ja sie selbstaus England vertreiben würde, wenn sie dieses ihrerseits zu bedrückenversuchten und trieb endlich die Dreistigkeit so weit, daß er den Thron,die Lords, die ganze althergebrachte gesetzliche Ordnung des Landes inFrage stellte. Die Häupter der Presbyterianer und gemäßigten Poli-tiker, so wie die schottischen Kommissäre Holles, Stapleton, Merrick,Glynne u. s.w. vereinigten sich erzürnt und besorgt im Palaste des Gra-fen Effex, um sich über die Mittel zu berathen, einen so gefährlichenFeind unschädlich zu machen. Nach einer langen Besprechung beschlossensie Whitelocke und Maynard, zwei gelehrte in der Kammer angesehneJuristen, die, wie sie zu glauben Grund hatten, ihrer Sache günstigwaren, zu Rathe zu ziehen. Man ließ sie im Namen des Lord-Generalsfast um Mitternacht und ohne ihnen zu sagen, warum es sich handle,herbeiholen, Sie erschienen, sowohl des Gegenstandes, wie der Stundeund der Art der Einberufung wegen, etwas ergriffen. Nach einigenKomplimenten sagte der Kanzler von Schottland, Lowden, zu ihnen: „IhrHerren wißt, daß der Generallieutenant Cromwcll nicht zu unsern Freun-den gehört und daß er seit dem Einzüge unsrer Truppen in EnglandAlles aufgeboten hat, um uns verhaßt zu machen und zu schaden. Ihrwißt ferner, daß er Sr. Excellenz dem Lord-General, welchen Ihr, wiewir, zu ehren so viele Gründe gehabt haben, eben so wenig wohl will.Es ist Euch endlich nicht unbekannt, daß nach den Ausdrücken unsersfeierlichen Covenants Jeder, der zwischen den beiden Reichen die Rolleeines Inoenilinr^ (Mordbrenners) spielen wird, sofort gerichtlich verfolgtwerden soll. Nach schottischem Gesetz bedeutet das Wort ilnoenilinrxaber einen Solchen, der Zwietracht aussäet und gefährliche Verwirrun-gen anzustiften sucht. Wir wünschen von Euch zu wissen, ob es nachenglischem Gesetz dieselbe Bedeutung hat, ob der Generallieutenant Crom-well nicht nach Eurer Ansicht die Benennung eines Innen,linrv verdientund wie man, wenn sie ihm wirklich zukommt, gegen ihn verfahren kann".