286
Unterhandlungsversuche.
5 Buch.
griff einen von den Offneren am Kragen, schüttelte ihn heftig, stießihn aus dem Zimmer, indem er ihm sein schmähliches Benehmen verwies.Whitelocke that ein Gleiches, die Thüren des Wirthshauses wurden ver-schlossen und der Gouverneur stellte eine Wache davor. Im Laufe desAbends wurden dicCommissäre von mehreren Mitgliedern des MinisteriumsunterAndern auch von Hyde, besucht. Sie entschuldigten sich wegen dieserUnordnungen, bezeugten den lebhaftesten Wunsch, mit ihnen vereintauf den Frieden hinzuarbeiten, und der König ließ ihnen sagen, daßer sie den folgenden Tag empfangen werde (2. Nov.).
Die Audienz war kurz. Lord Denbigh las laut in Gegenwartdes Ministeriums und des Hofes die Vorschläge des Parlaments ab; siewaren von der Art, daß der König sich noch nicht in so schlimmer Lagezu befinden glaubte, um sie annehmen zu müssen. Man forderte, daßer seine Gewalt dem Mißtrauen der beiden Häuser und seine Parteiihrer Rache überliefern solle, und mehr als einmal erhob sich unter denAnwesendenein zorniges Gemurr. Besonders in dem Augenblicke, wo LordDenbigh die Prinzen Rupert und Moritz, welche zugegen waren, als vonjeder Amnestie ausgeschlossen nannte, war ein lautes lärmendes Gelächterseinem Ausbruche nahe, der König wendete sich indeß mit strenger Mieneum, gebot Allen zu schweigen und fuhr fort mit Geduld und Ernst zu-zuhören. Nach beendigter Verlesung fragte er den Lord Denbigh: „HabtIhr Vollmacht zu unterhandeln?" — „Nein, Sire, unsere Sendungbeschränkt sich daraus, Ew. Majestät die Vorschläge vorzulegen, und umschriftliche Antwort zu bitten." — „Nun wohl, ich werde sie Euch zu-stellen , sobald ich kann." — Daraus kehrten die Kommissäre nach ihrerWohnung zurück.
Noch an demselben Abend machten, Holles und Whitelocke mit Zu-stimmung ihrer Kollegen einen Besuch bei dem früher mit ihnen befreun-det gewesenen Kammerherrn Lord Lindsay, der durch Wunden verhin-dert worden war, sich zu ihnen zu begeben. Sie waren kaum eine Vier-telstunde bei ihm, als der König ebenfalls ankam, und mit Wohlwollenauf sie zuging. „ Es thut mir leid, ihr Herren," sagte er zu ihnen,„daß Ihr mir keine billigeren Vorschläge gebracht habt." — „Sire,"sprach Holles, „es sind diejenigen, welche das Parlament annehmen zumüssen geglaubt hat, und ich hoffe, daß sie zu guten Resultaten führenwerden." — DerKönig: Ich weiß recht gut, das Ihr nichts überbrin-gen konntet, als was man senden wollte, aber ich gestehe, daß einige vondiesen Vorschlägen mich in großes Erstaunen setzen. Sicherlich könnt Ihrselbst nicht glauben, daß es vernünftig, oder mit meiner Ehre verträg-lich sein würde, ste anzunehmen. — Holles: Es ist wahr, Sire, ich hättegewünscht, daß sie nicht ganz so sein möchten, wie sie find, aber Ew.