6. Buch.
Montrose's Niederlage.
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zurückgezogen hatte, um den Ministern den Befehl zugehen zu lassen, seinBefehlshaberpatent zurückzuverlangen, seine Schritte zu überwachen, denGouverneur von Oxford, Oberst William Legge, einen vertrauten FreundRupert's, abzusetzen und endlich den Obersten und selbst den Prinzen zuverhaften, wenn sich indem Orte Unruhen erheben sollten, und der Briefschloß mit der Unterschrift: „Sagt meinem Sohne, daß ich weniger Kum-wer haben würde, wenn ich erführe, daß er getödtet worden sei, als wennich ihn eine so feige Handlung wie diese Uebergabe der Stadt und FestungBristol begehen sähe,"
Dem König blieb noch ein Ausweg, derjenige, welchen er schonohne Erfolg versucht hatte, nämlich sich Montrose anzuschließen. Ermußte überdies nach Norden marschiren, um Ehester, daß von Neuembelagert und seit dem Verluste Bristol's der einzige Hafen war, in welchemirländische Unterstützungen, auf die sich jetzt sein Sinn ausschließlichrichtete, landen konnte, entsetzen. Nachdem er acht Tage in dieser Nie-dergeschlagenheit in Hereford zugebracht hatte, setzte er sich durch die Ge-birge von Wales, der einzige Weg, auf welchem er ein Parlamentsheer,das unter den Befehlen d'eS Generalsmajors Poyntz alle seine Bewe-gungen beobachtete, umgehe» konnte, im Marsch. Er war noch von etwa5000 Mann Walescr Fußsoldaten und Reiter aus den nördlichen Graf-schaften umgeben. Schon sah er Ehester vor sich liegen, als die Truvpendes Parlaments, obgleich sie später aufgebrochen waren, seinen Nach-trab auf einem ebeneren und kürzeren Wege einholten. Sir MarmadukeLangdale, der ihn befehligte, warf sich mit solchem Nachdruck auf seineGegner, daß er sie zwang sich in Unordnung zurückzuziehen. Indessen warunerwartet im Rücken des königlichen Heeres ein Truppencorps erschie-nen, das vom Oberst Jones, der die Belagerung Ehesteres leitete, den Be-fehl empfangen hatte, sich dorthin auf den Marsch zu machen. Poyntzsammelte seine Mannschaften. Zwischen zwei Feuer genommen, sah derKönig die besten seiner Officiere um sich her fallen und sich selbst ge-nöthigt sein Heil in der Flucht zu suchen. Verzweisiungsvoll kam ernach Wales zurück, es war, als ob sich zwischen ihm und dem Lager Mon-trose's, der seine letzte Hoffnung geblieben, eine unüberstcigliche Schei-dewand aufrichtet.
Auch diese einzige Hoffnung ward jetzt zur Täuschung, denn gleichdem Könige, war auch Montrose schon seit zehn Tagen aus der Flucht,und suchte eine Freistätte und Soldaten. Lesley hatte ihn am 13. Septbr.bei Philip-Haugh im Walde von Ettrick, nicht weit von der Grenze derbeiden Reiche, überfallen. Montrose war nur von wenigen Truppen um-geben und auf keinen Angriff gefaßt gewesen; die Bergschotten hattenihn trotz aller seiner Bemühungen verlassen, um ihre Beute