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Montrvse's Niederlage.
6. Buch.
nach ihre» Wohnsitzen in Sicherheit zu schaffen. Neidisch über seinenRuhm hatten ihn auch mehrere der vornehmsten Edelleute, unter andernder Graf von Aboyne, mit ihren Untergebenen verlassen, andere, wie dieLords Traquair, Hume, Roxburgb'trauten seinem Glücke nicht, und warenungeachtet ihrer Versprechungen nicht zu ihm gestoßen. Montrvse's glän.zende Eigenschaften, wie seine verwegene Tapferkeit erweckten in Niedrig-gesinnten Neid und flößten den Furchtsamen kein zuversichtliches Vertrauenein. Ungeachtet seines Genies, war er doch auch nicht frei von Ruhm-redigkeit , wodurch er seinem Einfluße sehr schadete. Seine Freundedienten ihm mit leidenschaftlicher Ergebenheit und seine Soldaten mitEnthusiasmus, aber den ihm Gleichstehenden flößte er nicht hinreichendeEhrfurcht ein. Seine Gewalt gründete sich allein auf den Sieg, unddie Vorsichtigen, die an Zahl von Tag zu Tag wuchsen, betrachteten ihnvoller Staunen, wie ein Meteor, das durch nichts aufgehalten wird, aberschnell wieder am Horizont verschwindet. Um den Eindruck aller seinerSiege zu verwischen, reichte eine einzige Niederlage hin; am Tage nachjener unglücklichen Schlacht war in ihren Augen der Eroberer Schott,lands nur ein kühner Geächteter.
Voller Schrecken blickte Karl nach diesem Schlage um sich her, un-gewiß, woran er nun seine Hoffnungen knüpfen könne. Es fehlte ihmsogar an Ratbgebern. Die besten seiner Räthe wie Lord Capel, Cole-pepper, Hyde, hatte er seinem Sohne beigegeben. Es blieb ihm fast Nie-mand weiter als Lord Digby, der, verwegen und immer voll guter Hoff.nung, jedem Verluste einen neuen Plan entgegensetzte, und bei allerAufrichtigkeit seines Eifers hauptsächlich darauf bedacht war, seinen Ein-fluß zu bewahren. Der König hatte den Entschluß gefaßt, sich nach der,an der Küste von Wales, unweit von Irland liegenden, Insel Angleseydie leicht zu vertheidigen war und wo er den Winter zuzubringen ge-dachte, zurückzuziehen. Man brachte ihn indeß ohne Schwierigkeit von demVorhaben ab, sein Reich, in welchem er noch genug feste Plätze wieWorcester, Hereford, Ehester, Oxford, Newark besaß, auf diese Weise zuverlassen. Alle stimmten für Worcester, Digby war der Einzige,der sich widersetzte. Er war ein offenkundiger Feind Prinz Rupert'sund hatte vor kurzem noch den Zorn des Königs bei der Nachricht vondem Verluste Bristol's gegen Jenen angefacht; man wollte wissen, daßer die Schuld an der Strenge trage, mit welcher Karl seinen Neffenbehandelte. Nupert war heftig aufgebracht und wollte um jeden Preisden König sprechen, um sich zu rechtfertigen und zu rächen. InWorcester, dessen Statthalter sein Bruder, der Prinz Moritz, war, würdedas ihm nicht viel Mühe gemacht haben. Unter allen festen Städten, inwelche sich der König hätte zurückziehen können, bot keine dem Zulaß