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Geschichte der Englischen Revolution bis zum Tode Karls des Ersten : mit dem Portrait Karl's I / von Franz Guizot
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6. Buä.

realistischen Schaaren.

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Wales ;efangen zu nehmen und ihn dem Parlamente auszuliefern beab-sichtigter. Die Stunde der höchsten Gefahr war erschienen und der Prinzund seire Räthe bestiegen ein Schiff, zogen sich aber nur bis zur InselScilly zurück, die noch zu England gehört und fast im Angesicht der Küstenliegt. Hopton, von dieser Sorge befreit, wollte noch einen Kampf ver-suchen; aber unter lautem Geschrei verlangten seine Truppen eine Kapi-tulation Er umging die ehrenvollen Bedingungen Fairfax's, und alsihm seile Officiere unumwunden erklärten, daß sie auch ohne seine Zu-stimmurg unterhandeln würden, antwortete er ihnen:So unterhandelt,aber niest in meinem Namen!" Eben so wie er, wollte auch Lord Capelvon der Kapitulation ausgeschlossen bleiben. Sobald die Vertragsartikelunterzeichnet und das kleine Heer ausgelöst war, schifften sie sich ein, umdem Prnzen nach Scilly zu folgen, und im Südwesten blieben demKönige nur noch einige unbedeutende Besatzungen übrig.

Ein gleich ungünstiges Schicksal fiel dem Lord Astley zu, der mit3,000 Mann in Worcester stand. Der König forderte ihn auf, sich mitihm in Oxford zu vereinigen und zog selbst mit 1500 Reitern dahinab. Es war seine Absicht, ein hinreichendes Corps in der Nähe zu ha-ben, un die immer noch gehoffte irländische Hilfe zu erwarten; aberbevor ff sich noch vereinigt hatten, griffen Sir William Brereton undder Obwst Morgan den Lord Astkey, dessen Bewegungen sie seit einemMonate beobachtet hatten, bei Stow in der Grafschaft Gloucester ander Sptze einer Abtheilung von Parlamentstruppen an. Die Roya-listen, velche eine vollständige Niederlage erlitten, hatten 1800 theilsTodte, Heils Gefangene; die Uebrigbleibenden zerstreuten sich. Astleyselbst fi l nach hartnäckigem Widerstände in die Macht des Feindes. Erwar beahrt, durch den Kampf erschöpft und konnte nur mit Mühe ge-hen; )ie Soldaten, gerührt von seinen silberweißen Haaren undseinem Muthe, brachten eine Trommel herbei; er ließ sich daraufnieder ind sagte, sich zu Brereton's Officieren wendend:Meine Her-ren, Se haben Ihr Tagewerk vollbracht; Sie können nun zum Spielgehen, -der, wenn Sie es vorziehen, unter sich Streit anfangen."

Ai der That war dem Könige nur noch diese Hoffnung geblie-ben , uid jetzt suchte er mit Eifer zu erproben, was sie ihm gewährenwürde. Seit langer Zeit und während er einige der presbyterianischenVolkssihrcr mit einer Herablassung behandelte, die ihnen leicht nachthei-lig weilen konnte, unterhielt er mit den Jndependenten, besonders mitVane, iiesem eben so thätigen Jntriguanten als leidenschaftlichen Enthu-siasten, eine geheime Verbindung. Noch vor Kurzem hatte der Staats-sekretär Nichol's in einem Briese Vane auf das Dringendste gebeten, esdahin zubringen, daß der König sich nach London begeben könne, um