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Geschichte der Englischen Revolution bis zum Tode Karls des Ersten : mit dem Portrait Karl's I / von Franz Guizot
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Niederlage der letzten

6. Buch.

die nämlichen Umtriebe von Neuem, um eine irländische Armee für den-selben Preis nach England zu führen. Die Rechtfertigung des Königsward vom Parlament als unzureichend erkannt; zum letzten Male wurdeCromwell als Befehlshaber bestätigt und Karl war gezwungen, nocheinmal sein Glück im Kriege zu suchen, als ob er im Stande gewesenwäre, ihn fortzuführen.

Nur zwei Truppencorps hatte er noch zu seiner Verfügung, daseine unter dem Befehle Lord Hopton's in der Grafschaft Cornwallis,das andere unter Lord Astley an den Grenzen von Wales. Um die Mittedes Januars hatte der Prinz von Wales, noch immer Statthalter imWesten, aber von seinen bisherigen Heerführern Goring und Grennvilleverlassen, den Lord Hopton, der lange in diesen Grafschaften komman-dirt hatte, zu sich berufen und dringend gebeten, den Befehl über dienoch bei ihm gebliebenen Ueberreste des Heeres zu übernehmen.Prinz",antwortete Hopton,es ist jetzt bei den Leuten, welche sich einem Befehlenicht unterwerfen mögen, Gebrauch, zu sagen, es sei gegen ihre Ehre,ihre Ehre gestatte ihnen nicht, Dieses oder Jenes zu thun. Ich meines-theils bin nicht vermögend, Ew. Hoheit zu gehorchen, ohne Euch meineEhre zum Opfer zu bringen. Wie könnte ich sie mit den Truppen be-bewahren, die Ihr mir zutheilt? Sie sind nur bei ihren Freunden ge-fürchtet, ihren Feinden aber ein Gegenstand des Spottes. Am Tageder Plünderung sind sie furchtbar, entschlossen aber nur zur Flucht.Wenn indeß Ew. Hoheit meine Berufung für unerläßlich halt, so binich bereit zu folge», obgleich ich meine Ehre dabei preisgebe." Und erübernahm den Befehl über 78,000 Mann. Den Truppen wurde erin Kurzem eben so verhaßt, wie ihm ihre Ausschweifungen; selbst dieTapferen, die unter Goring einen weniger beschwerlichen, aber einträg-lichern Krieg gewöhnt waren, konnten seine Mannszucht und seine Wach-samkeit nicht ertragen. Bald zog Fairfax, dessen Bestreben es stets war,die westlichen Gegenden zu unterwerfen, gegen sie aus, und am 16. Fe-bruar erlitt Hopton bei Torrington, an der Grenze der GrafschaftCornwallis, eine Niederlage, die mehr unheilvoll als blutig war. Um-sonst bemühte er sich, sein Heer auf dem Rückmärsche von Stadt zuStadt irgendwo neu zu sormiren; Officiere wie Soldaten widersetztensich beharrlich.Wo ich auch", berichtete er,zu jener Zeit einem Re-gimente seinen Sammelplatz anwies, kam es entweder nur zur Hälfteoder Stundenlang zu spät an." Tagtäglich trieb ihn Fairfax mehr indie Enge und Hopton mit der kleinen, ihm ergeben gebliebenen Truppen-Abtheilung sah sich aus der Landspitze von Cornwallis zusammen-gedrängt. In Truro erhielt er die Nachricht, daß die Einwohner, desKrieges müde und um ihm ein Ende zu machen, den Prinzen von