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Vorschläge des Parlaments.
7. Buch.
Vorlesung beendigt hatte, sagte der König: „Ihr werdet wohl keine sehrschnelle Antwort erwarten, denn die Angelegenheit ist eine ernsthaste."
— „Tire," antwortete Lord Pembroke, „man hat uns verboten, längerals zehn Tage hier zu bleiben." — „Schon gut," antwortete Karl, „ichwerde Euch zu geziemender Zeit abfertigen. Ihr könnt Euch entserncn."
Es verstrichen mehrere Tage, ohne daß die Abgeordneten wiederetwas von ihm hörten. Der König las die Vorschläge, die noch de-müthigender und härter waren als die, welche er sortwährend zurück-gewiesen hatte, immer betrübter wieder von Neuem durch. Man forderte,daß er den Covenant annehmen, die Episkopalkirche völlig abschaffen,den Kammern aus 20 Jahre hinaus den Befehl über das Heer, die See-macht und die Miliz abtreten, sich endlich darein fügen sollte, seinetreuesten Freunde. 71 an der Zahl, namentlich von jeder Amnestie aus-genommen , und seine ganze Partei, Jeden der nur immer die Waffenfür ihn ergriffen hatte, von allen öffentlichen Aemtern ausgeschlossen zusehen, so lange es dem Parlamente gefallen würde. Von allen Seitenbemühte man sich jedoch ihn zu bewegen, daß er Alles annehme. DeBellisvre, der französische Gesandte, welcher an demselben Tage wiedie Botschaft der beiden Häuser in Newcastle angekommen war, rieth esihm im Namen seines Hofes. Montreuil brachte ihm Briefe von derKönigin, die ihn lebhaft dazu drängte; aus Belliövre's Rath ließ sieselbst noch in aller Eile ein Mitglied ihres Hofstaats, Sir WilliamDavenant, von Paris mit dem Befehle abgehen, dem Könige zu sagen,daß alle Freunde des Königs seinen Widerstand mißbilligten. „WelcheFreunde?" sagte Carl unwillig. — „Lord Jermyn, Tire." — „Jermynversteht nichts von Kirchensachen." — „Lord Colepepper ist der gleichenAnficht" — „Colepepper hat keine Religion. Was denkt Hyde davon?"
— „Das wissen wir nicht, Sire; der Schatzkanzler ist nicht in Paris,er hat den Prinzen verlassen und ist aus Jersey geblieben, statt ihm zurKönigin zu folgen, die darüber sehr ungehalten ist." — „Meine Frauhat Unrecht, der Kanzler ist ein Ehrenmann, der weder mich, noch denPrinzen, noch die Kirche je verlassen wird. Es thut mir sehr leid, daß ersich nicht bei meinem Sohne befindet." Davenant fuhr fort mit der Leb-haftigkeit eines Dichters und der Leichtfertigkeit eines Wüstlings in ihnzu dringen, bis der König zornig wurde und ihn rauh von sich jagte.
Von Seiten der Presbyterianer waren die Vorstellungen nichtweniger lebhaft. Mehrere schottische Städte, z. B. Edinburgh richtetenfreundschaftliche Petitionen an den König. Die Londoner City wollteein Gleiches thun, wurde aber durch ein förmliches Verbot der Gemeinendaran gehindert. Endlich fing man an Drohungen mit den Bitten zuverbinden. Die Generalsynode der schottischen Kirche verlangte, daß