7. Buch.
Der König verwirft sie.
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man dem König, wenn er die Annahme des Covenants verweigere, aufkeinen Fall gestatten dürfe, nach Schottland zu kommen, und in einerfeierlichen Audienz erklärte ihm der Kanzler von Schottland, Lord Lowdenin Gegenwart der schottischen Kommissare, daß er, wenn er auf seinerWeigerung beharre, in der That nicht nach Schottland gelassen werdenwürde, und man ihn in England recht wohl absetzen und eine andereRegierung einführen könnte.
An dem Stolze des Königs, seinen religiösen Bedenklichkeiten undeinigen geheimen Hoffnungen, die fortwährend von leichtgläubigen oderränkesüchtigen Freunden genährt wurden, scheiterte indeß Alles. Nach-dem er seine Antwort von Tag zu Tag verzögert hatte, ließ er am1. Aug. endlich die Kommissäre zu sich rufen und übergab ihnen eineschriftliche Botschaft, worin er, ohne die Vorschläge unbedingt von sichzu weisen, von Neuem verlangte, daß man ihn in London aufnehmenmöge, um persönlich mit dem Parlamente unterhandeln zu können. DieJndependenten vermochten ihre Freude darüber nicht zu verbergen. Alsdie Kommissäre zurückkamen, wurde, wie gewöhnlich, ein Dankvotum fürsie in Antrag gebracht. „Man muß dem König danken," rief ein Mit-glied. — „Was wird jetzt, wo er unsere Vorschläge verworfen hat,aus uns werden?" fragte ein Presbyterianer ängstlich. — „Was würdeaus uns geworden sein, wenn er sie angenommen hätte?" fragte dagegenein Jndcxendent. Von den schottischen Kommissären lief eine Botschaftein, worin sie sich erboten, alle in ihrem Besitz befindlichen festen Plätzeaufzugeben und ihr Heer aus dem Reiche zu entfernen. Die Lordsvotirten, daß sich ihre schottischen Brüder um das Reich verdient ge-macht hätten und die Gemeinen schloffen sich diesem Ausspruche zwarnicht an, erließen aber eine Verordnung, worin sie verboten, von denSchotten übel zu reden, oder irgend etwas gegen sie zu drucken. Aufeinen Augenblick schienen beide Parteien, von denen die Weigerung desKönigs die eine entmuthigt, die andere aber wieder beruhigt hatte, aufweiter nichts bedacht zu sein, als ihre Interessen und Streitigkeiten ge-meinschaftlich zu ordnen.
Aber die Waffenstillstände der Vorsicht oder des Verdrusses sindzwischen feindlichen Leidenschaften nur von kurzer Dauer. Das Rück-zugsanerbieten der Schotten stellte zwei Fragen in den Vordergrund,die, wie die ihnen schuldigen Rückstände, deren Auszahlung sie seitlanger Zeit schon forderten, zu ordnen seien, und wer über die Persondes Königs verfügen sollte. Sobald diese sich erhoben, begannen diebeiden Parteien den Kampf aufs Neue.
In Bezug auf die erstere errangen die Presbyterianer ohne Müheden Sieg. Allerdings waren die Forderungen der Schotten ausschwei-