7. Buch.
Parlament und Heer.
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führen konnte, obwohl er stets dabei den Anschein eines rauhen aberfreien Verfahrens bewahrte; Lambert, einer der ausgezeichnetsten Offneredes Heeres, ehrgeizig und hochmüthig, der gleich Jreton vormals Juristgewesen und von seinem Fache die große Kunst sich einzuschmeicheln undzu sprechen mitgebracht hatte, die er auch mit Selbstgefälligkeit bei denTruppen anwendete; Harrison, Hammond, Pride, Rich, Rainsborougb,Alle Obersten von bewährter Tapferkeit, standen in großem Ansehenund waren mit Cromwell im engen Bunde. Mit Harrison hatte ergemeinsam in frommen Zusammenkünften den Herrn gesucht, Hammondverdankte ihm seine Ehe mit einer Tochter Hampden's, die Anderen standenentweder unter dem Einflüsse seines Geistes oder erwarteten ihr Glückvon dem seinigen, oder gehorchten ihm als Soldaten. Sie waren esauch die nach beendigtem Kriege den Einfluß Cromwell's, der seinenSitz in Westminster wieder eingenommen hatte, beim Heere, in dem erauch aus der Ferne mit unermüdlicher Thätigkeit wirkte, ausrecht er-hielten. Sie waren es, die, als von der Auflösung des Heeres gespro-chen wurde, augenblicklich in Murren ausbrachen; an sie gelangten dieNeuigkeiten aus der Hauptstadt, die geheimen Winke und Rathschläge,und sie schafften ihnen sofort in den Cantonnirungen Eingang. Zugleichermähnten sie unter der Hand die Truppen, beharrlich auf der vollenAuszahlung der Rückstände zu bestehen und den Kriegsdienst gegenIrland zurückzuweisen, vorzüglich aber keine Uneinigkeiten unter sichentstehen zu lassen. Cromwell blieb, um allen Argwohn zu vermeiden,während dessen ruhig in London, beklagte in der Kammer die Unzufrie.denheit des Heeres, und strömte von Ergebenheitsbetheuerungen über.
Zuerst wurde eine, nur von vierzehn Offneren unterzeichnete undin bescheidenem, wohlwollendem Tone abgefaßte Bittschrift eingereicht.Sie versprachen, sich auf den ersten Befehl nach Irland zu begeben undertheilten nur im Vorbeigehen einige Rathschläge über die Zahlung derRückstände und über die Garantie, welche die Truppen mit Recht er-warten könnten. Die Kammern dankten ihnen zwar, aber mißmuthigund mit der Bemerkung, daß es Keinem zustehe, dem Parlamente Ver-haltsbefehle zu geben. Kaum hatte das Heer diese Antwort erhalten,als auf der Stelle eine zweite in weit energischerem und festerem Toneverfaßte Petition entworfen ward. Es verlangte darin vollständigeZahlung aller Reste; Niemand dürfe gegen seinen Willen gezwungenwerden, an dem Feldzuge in Irland Theil zu nehmen; den verkrüppeltenSoldaten und den hinterlassenen Wittwen und Kindern der im FeldeGefallenen sollten Pensionen gewährt, und damit die Truppennicht länger den Cantonnirungsquartieren zur Last seien, sollte ohneZögern eine Summe auf Abschlag ausgezahlt werden. Diese Bittschrift