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Geschichte der Englischen Revolution bis zum Tode Karls des Ersten : mit dem Portrait Karl's I / von Franz Guizot
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Zwietracht zwischen

7. Buch.

war nicht blos im Namen einiger Offnere, sondern in dem sämmtlicherOffnere und Soldaten des Heeres abgefaßt; jetzt richtete man sie auchnicht mehr an die Kammern, sondern an Fairfax, der vermöge seinerStellung der Sprecher des Heeres und Anwalt seiner Rechte war. DerEntwurf zu derselben wurde vor jedem Regimente verlesen und dieOffnere, die ihre Unterschrift verweigern würden, bedroht.

Kaum war die Kunde von diesen Umtrieben zur Kenntniß derKammern gekommen, als sie sofort Fairsax die Weisung ertheilten, die-selben streng zu untersagen und erklärten, daß sie Jeden, der sich nichtdavon lossagte, als Feind des Staates und Störer der öffentlichenRuhe ansehen würden; außerdem forderten sie das Erscheinen einigerOffnere in London und deren Rechtfertigung.

Fairfax versprach zu gehorchen. Hannnond, Pride, Lilburne undGrimes gingen nach Wesiminster und leugneten dreist Alles, dessen mansie anklagte.Es ist unwahr," rief Pride,daß der Entwurf der Pe-tition vor dem Regimente verlesen worden sei," (er war vor jeder Com-pagnie vorgelesen worden). Aber die Sache wurde nicht weiter erörtert,es reichte, wie man sagte, hin, daß der Entwurf ausgegeben und abge-leugnet wurde.

Avss Neue griff man zu Maßregeln zur Auflösung des Heeres.Das in der City ausgeschriebene Anlehen kam nur langsam vorwärtsund reichte nicht aus; um daher die nöthige Summe zu vervollständigen,legte man eine allgemeine Steuer von monatlich 60,000 Pfd. St. aus.Besondern Eifer verwendete man auf die Bildung der Truppenabthei-lungen , die nach Irland abgehen sollten und Denjenigen, welche sichzum Dienste verpflichteten, wurden bedeutende Vortheile versprochen.Skippon und Massey sollten den Oberbefehl erhalten. Fünf Kommissäre,von der preSbyterianischen Partei, begaben sich nach dem Hauptquartiere,um die Beschlüsse dort bekanntzumachen.

Gleich am Tage ihrer Ankunft traten zweihundert Offciere,die sich bei Fairfax versammelt hatten, mit ihnen in Unterredung.Wersoll unser Befehlshaber in Irland sein?" fragte Lambert.Die Gene-ralmajore Skippon und Maffey sind dazu ernannt."Die Armeewird gern dem Generalmajor Skippon folgen," entgegnete Hammond,die Verdienste dieses großen Feldherrn sind ihr bekannt, aber außerihm verlangen wir noch die Generale, welche uns so oft Proben ihrerTapferkeit gaben."Ja, ja, Alle, Alle!" schrie man,Fairfax undCromwell, dann gehen wir Alle mit!" Voller Bestürzung entferntensich die Kommissäre aus dem Saale und luden die Offciere, welche zumMitgehen bereit waren, ein, ihnen in ihr Quartier zu folgen. Kaumzwölf bis fünfzehn erschienen.