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Flucht des Königs.
7. Buch.
schen, ihm mittheilen sollte, welches Zeichen von Vertrauen er zu erkal-ten im Begriff stehe, und daß der König ihre Rückkehr einige Stundenvon dort bei Tickfield, in einem von der Mutter Lord Southampton'sbewohnten Schlöffe, abwarten solle. Sie trennten sich und am folgendenMorgen begaben sich die beiden Kavaliere, sobald sie aus der Insel ge-landet waren, augenblicklich nach dem Schlosse Carisbrooke, dem Aus.enthaltsorte des Gouverneurs. Hammond befand sich nicht dort, erwar in Newport, der Hauptstadt der Insel, sollte aber noch an dem-selben Tage zurückkehren. Ashburnham und Berkley begaben sich aufden Weg zu ihm, trafen ihn auch bald und benachrichtigten ihn ohneweitere Vorrede vom Zwecke ihres Erscheinens. Hammond erbleichte,ließ die Zügel seines Pferdes fallen und zitterte am ganzen Körper.»Ihr Herren, ihr Herren!" rief er, „Ihr stürzt mich ins Verderben,indem Ihr den König aus die Insel bringt. Wenn er noch nicht hierist, so beschwöre ich Euch, ihn nicht komme» zu lassen; was wird ausmir werden, nachdem mir Se. Majestät so viel Vertrauen bewiesen hat,während ich auch der Armee, von der ich mein Amt habe, so viel schuldigbin?" — Sie suchten ihn zu beruhigen, indem sie sich bald auf denungeheuern Dienst, welchen er dem Könige erweisen würde und die Ver-pflichtungen, welche die Armee gegen Se. Maj. selbst eingegangen sei,beriefen, bald ibm versicherten, daß, wenn er nicht gleich ihnen denke, derKönig weit davon entfernt sei, ibn zu seiner Aufnahme zu nöthigen.Hammond war immer noch untröstlich; als jedoch die beiden Kavaliereihrerseits mißtrauisch zu werden und ihren Vorschlag zurückzunehmenschienen, bewies er sich weniger schwankend, fragte sie, wo der Königsei, ob er keine Gefahr laufe, und gab sogar einiges Bedauern kund,daß er sich ihm nickt gänzlich und ohne Weiteres anvertraut hätte. Aufdiese Weise dauerte das Gespräch, von beiden Seiten besorgt und schlaugeführt, indem Beide fast eben so sehr fürchteten, abzubrechen, wie sichtiefer einzulassen, lange Zeit fort. Hammond schien endlich nachzugeben.„Der König," sagte er, „soll sich nicht über mich zu beklagen haben,man darf nicht sagen, daß ich seine Erwartungen getäuscht, ich werdemich als Ehrenmann benehmen, wir wollen ihn zusammen aufsuchen unddavon benachrichtigen." — Berkley wollte bestürzt diesen Vorschlagzurückweisen, aber Ashburnham nahm ihn an und sie brachen sogleichauf. In wenigen Stunden brachte sie eine Barke nach Tickfieid, undsobald sie angekommen waren, stieg Ashburnbam allein zum König hin-auf, während Berkley, Hammond und Basket, ein Hauptmann Ham-mond's, den dieser zur Begleitung mitgenommen hatte, im Hofe desSchlosses zurückblieben. Als er das, was vorgegangen war, berichtet,rief Karl: „O John, John! Du hast mich ins Verderben gestürzt,