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Erfordernisse sind , welche sich im Allgemeinen dafür angeben lassen, und wonach ihr Typus zu be-stimmen seyn möchte.
1) Ein einfacher Grundplan, möglichst frei im Inneren, akustisch und so angeordnet, dass man
von allen Plätzen des inneren Raumes auf das Presbyterium oder den Hauptaltar hinsehenkann. Diesem scheint uns, wie schon gesagt, der Plan der Basiliken mit 1, 3 oder 5 Schif-fen am besten zu entsprechen. In architektonischer Rücksicht scheint es uns immer wiin-schenswerth, dass die grosse Menge von Altären und Kapellen, welche das oben beschriebeneSchema der Pfeiler- und Pilasterkirchen gestattet, und namentlich in den katholischen Kir-chendienst eingeführt hat, nicht bei neu zu erbauenden Kirchen befolgt werden möge. Solltedas Erforderniss mehr als einen, oder die im katholischen Ritus verordneten drei Altäre, oderauch besondere Kapellen verlangen, so wären diese bei neuen Kirchenanlagen auf eine weitgünstigere Art zur Vergrösserung und Verschönerung des Ganzen zu benützen, als indem manAlles unmittelbar in und an die Hauptkirche häuft. Uebrigens lässt sich noch als Norm fürden Grundplan annehmen, dass man nicht unmittelbar von der Strasse in das Schilf derKirche trete, sondern zuerst ein Vestibulum oder Vorplatz finde, und dass der gehörigeRaum für Sakristeien und andere nöthige Räume im Ganzen des Planes enthalten sey, ohnedurch Anflicken von dergleichen, wie man es leider nur zu oft sieht, die Form des Aeus-seren zu verderben. Ob aber und wie viele Seitenschiffe man anzubringen habe, ob in die-sen Emporkirchen und wie viele derselben über einander anzulegen, hängt von den Um-ständen ab , und kann in jedem Falle in eine vollkommen organische Verbindung mit demGanzen gebracht w r erden.
2) Wie schon oben gesagt, verlangt das Bedürfniss der zu jedem christlichen Gottesdienste unent-
behrlichen Glocken, einen passlichen Ort zu ihrer Aufstellung, und mithin sollte keine christ-liche Kirche ohne Thurm seyn. Dass diese aber nicht, wie es anfänglich aus ganz natür-lichen Gründen, und später oft aus architektonischer Unbehülflichkeit oder Vernachlässigunggeschah, neben oder zur Seite der Kirchen zu errichten: sondern mit dem Ganzen und wohlvorzugsweise mit der Vorderseite des Baues in eine organische Verbindung zu setzen seyen,wie man es im Mittelalter gewöhnlich zu thun pflegte, dieses scheint uns eines der unum-stösslichsten Haupterfordernisse des christlichen Kirchenbaues zu seyn. Man hat die Mög-lichkeit einer solchen Anordnung bei dem Gebrauche der antiken Formen bezweifelt, undsie für ein ausschliessliches Privilegium der Bauart des Mittelalters erklärt; wir können abernicht einsehen, warum, da die Antike ja eines Theils, wie schon oben gesagt, Beispielegenug von thurmartigen Gebäuden zeigt, aus welchen offenbar die ersten Kirchenthürme her-vorgingen j und weil andern Theils dem Principe antiker Baukunst eine Bildsamkeit inne-wohnt, welche einer jeden durch Zweckmässigkeit begründeten Anlage, Genüge zu leisten imStande ist, wenn auch in den griechischen oder römischen Ruinen keine Spur als Vorbildzu finden wäre. Das Gesetz aber, wonach solcheThürme angelegt werden müssen, ist grosseFestigkeit der untern Theile, welche sich jeweiter nach oben, in jeleichtere Formen auflöst,theils um die untern Theile weniger zu belasten, theils um den Stürmen weniger Massedarzubieten, theils um die Verbreitung des Schalls der oben hängenden Glocken möglichstzu befördern. Kann man sehr grosse Kirchen bauen, so hat die Stellung eines Thurmes, *