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Anweisung zur Architectur des christlichen Cultus / von L. von Klenze
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Art vieler kleinen italienischen Kirchen, ohne ein eigentliches inneres Gloclienhaus einzuschliessen,nur Mauer-Arcaden sind, welche in ihren Oeffnungen den Platz für Glocken und Uhr darbieten.Diese Anordnung hat uns nicht ohne Reitz geschienen, und ist wie gesagt, bei kleinen Dorfkirchen,wo pecuniäre Beschränkung keine grösseren Thurmbauten erlaubt, vollkommen zweckmässig. Es istdabei zu beobachten, dass man Glocken und Uhr den gehörigen Platz und Zugang, sey es durcheine hinreichende Oeffnung im Inneren des Thurmes, oder vom Dache her verschafft, welches diejedesmaligen Umstände bestimmen müssen.

Wir haben in diesen Kirchen nun in a den Vorplatz, in b die Treppe, welche zu dem Dacheführt, und in c den Raum angeordnet, wo die Begräbniss - Gerätschaften aufbewahrt Avcrden. d istdas Kirchenschiff, ee die Plätze für zwei, wenigstens in katholischen Kirchen nüthige Ncbenaltäre}f der Platz für den Hauptaltar, den wir stets in die grosse Nische oder Excdra legen, welcheaus den Basiliken herstammend, einen wesentlichen Theil des Kirchenbaues ausmacht, und gg sinddie Raume für die Sakristei und den Kirchendienst.

Was die Kanzel anbelangt, so ist sie einer der schwierigsten Theile bei der inneren Anord-nung einer Kirche. In kleinen Kirchen, wie diejenigen, wovon hier die Rede ist, scheint uns immerdas Beste zu seyn, dem Prediger seinen Platz vor oder zur Seite des Hochaltars anzuweisen. Gewissist es, dass dieser Platz der würdigste, geeignetste und am meisten akustische ist, und dass geradehier in den italienischen Basiliken und ältern Kirchen die sogenannten Ambonen aufgestellt sind.

In allen Fällen also, wo, wie gesagt, die Grösse der Kirche es erlaubt, (und dieses wird un-seren Erfahrungen nach in jeder gutgebauten Kirche der Fall seyn deren Hauptschiff von der Ein-gangsthür bis zur Stelle der Kanzel nicht 120 Pariser Fuss übersteigt,) in allen diesen Fällen würdenwir dieses Mittel zu ergreifen rathen, und dann entweder fixe Kanzeln zur Seite des Hochaltars nochinnerhalb oder neben der gross.en Nische oder Exedra anbringen, oder auch zu beAveglichen Rede-bühnen unsere Zuflucht nehmen, welche nach geendigtem Messopfer vor den Hochaltar, oder in dasKirchenschiff gebracht werden. In kleinen protestantischen Kirchen aber ist gewiss der beste Platzder Kanzel über dem Altartische, wo jedoch der katholische Ritus sie anzubringen verbietet.

Zur Beleuchtung haben wir bei diesen Kirchen halbrunde, hochliegende Fenster angebracht,die Decken sind flach und von Holz mit einer grossen Hohlkehle versehen, oder auch nur mit einemGesimse, und können nach Umständen auch mit wirklichen Kasseturen und Malereien geschmücktwerden.

Das Aeussere bildet in diesen drei Entwürfen ein einfaches Oblongum, mit flachein Dache,welches aber nur bei Nr. 2. einen Giebel bildet. Der Eingang ist im ersten Entwürfe durch eine Säu-lenthür mit Giebel, im zweiten durch eine hohe Arkade, und im dritten durch eine kleine Vorhallebezeichnet, welche von drei Säulen - Arkaden gebildet wird. Oberflächliche Kunstrichter haben denGebrauch solcher Säulen-Arkaden, als dem guten Geschmacke und den Beispielen, wenigstens dergriechischen Antike entgegen, getadeltj indess wir können kein hinreichendes Motiv in der Naturder Sache finden, welches gegen diese Anordnung spräche. Im Falle, wo man bei wenigen Stütz-punkten eines Porticus, und zu grossen Zwischenweiten, um scheitrechte Architravirungen anbringen

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