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nach Zeit und Umständen der Kunst dienen musste. Würden wir uns also, wo Marmor und Erzgussnicht angewendet werden können, mit andern dauerhaften Steinen, mit gebrannter Erde, getriebenerArbeit u. s. w. begnügen, so würden auch die Gelegenheiten, die Werke der Architektur mit denender Bildhauerkunst schmücken zu können, nicht mehr so selten seyn. Besonders scheint uns die An-wendung der gebrannten Erde für Alles, was architektonische Zierde, und der getriebenen Arbeit fürdas, was eigentliches Bildwerk an einem Gebäude ist, sehr zweckmässig. Gewiss kann man, (und tau-sendfache Beispiele der alten und neuen Zeit bestätigen es) architektonische Ornamente, so scharfund so tief, als es das gebildete Urtheil, (welches nicht in der verwirrenden Unterarbeitung römischerDenkmale, sondern in der griechischen Verzierungsart, das wahre Yerhältniss der Zierde zur Ilaupt-und Grundform sucht), als es dieses gebildete Urtheil wünscht und verlangt, aus der Thonform her-vorbilden. Eben so kann man in getriebener Arbeit gewiss den an Gebäuden angebrachten Statuenalle Vollendung geben, welche die gewöhnlich mehr oder weniger bedeutende Entfernung derselbenvon dem Beschauer verlangt Da aber bei einer ebenfalls sehr langen, und man möchte sagen, un-zerstörbaren Dauer solcher Werke aus Erde gebrannt, oder aus Kupferblechen getrieben, gegen Mar-mor und Erzguss ein Preisverhältniss von 1 zu 20, ja 30 eintritt, so scheint uns die Wahl so wohl-feiler Ausführung um so mehr empfchlungswerth zu seyn, als leider bei uns die Frage der Kosten,welche in den schönen Zeiten der Antike, der Wiedergeburt der Künste in Italien , ja selbst des Mit-telalters die letzte war, stets zur ersten gemacht wird.
PI. XV.
Auf dieser Platte haben wir drei Entwürfe zu Dorfkirchhöfen gegeben, wmlche um die Kircheselbst angelegt sind :
a) sind die Ein- und Ausfahrtthore zum Kirchhofe;
b) die Eingänge zur Kirche;
c) die Kirche selbst ;
d) die Leichenhäuser;
e) Begräbnissplätze an der Umfassungsmauer;
f) allgemeine Begräbnissplätze;
g) in Fig. 1. gemauerte Begräbnissplätze mit Nischen zur Aufnahme der Denkmale;
g) in Fig. 2. Rasenplätze und Baumreihen;
h) Ruhebänke.
Man kann die regelmässige, schöne und architektonische Gestaltung dieser ernsten Orte nichtgenug empfehlen; nur müssen dabei keine unpassenden Spielereien angebracht werden. Dem Christenist und soll der Tod nicht schrecklich, aber ernst und warnend erscheinen. Ein Gottesacker sollwohl schön, aber nicht reizend; kein schaudererregender Ort, aber auch kein englischer Garten seyn.Ein freudiges Leben soll er wohl, aber erst für seine Bewohner, nicht aber für seine Besucher be-zeichnen und verkünden.
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