Band 
Dritter Band.
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Der Tempelbau. 3

das der Menschen nicht, ein Gebrauch, der sich erst im Gange der Zeitmilderte.

Diese Opfer blieben, als man bereits aniing, die Götter nach NamenEhren und Gestalt zu unterscheiden. Nur trat die Beobachtung ein, angewisse Gottheiten auch nur gewisse Opfer zu bringen.

Mit den Opfern waren andere Verehrungsweisen verbunden: Gebeteund Lobgesänge, begleitet mit Saiten-, Blas- und Schallinstrumenten, wozusich gewisse Tanzarten, Aufzüge und andere Festlichkeiten: Gelage, Orgien,Kampfspiele, und später auch die des Theaters und andere, gesellten, ver-schieden nach den Gottheiten, nach Ort und Zeit. Besondere Einrichtun-gen erforderten die Orakel und geheimen Weihen, welche unter sich wie-der ein verschiedenes Ritual nach dem Geiste solcher Geheimweihen, undnach dem Herkömmlichen hatten.

Dazu kamen die Erforschungen der Zukunft von jeher ein Haupt-theil des religiösen Glaubens der Völker aus den Eingeweiden der Thiere,aus dem Flug, dem Gesang und dem Verhalten der Vögel, aus dem Hörendes Donners , aus dem Fall der Blitze, aus der Flamme und dem Steigendes Rauches, aus dem Fressen und den Geberdungen der Thiere u, s, w.

§. 4. Die Götter, welche als Geber des Guten und als Abwenderdes Uebels so verehrt wurden, waren theils männliche, theils weibliche,tlieils höhere, mächtigere, und allgemein furchtbare, theils geringere, mehrdienstbare, untergeordnete und örtliche. Hiernach richtete sich auch derDienst. Zu diesen Götterwesen des ersten und zweiten Ranges gesellte sichdie Verehrung der Heroen, und später die der vergötterten Fürsten undsolcher, die als besondere Lieblinge der Götter angesehen wurden.

§. 5. Der Dienst und die Verehrungsweisen so mancherlei göttlichenWesen forderten eine zahlreiche Priesterschaft, und andere Diener unterge-ordneten Ranges. In Aegypten machten die Priester einen ausschliefsendenOrden, wie die Leviten bei den Israeliten, die Chaldäer bei den Babylo-niern und die Magier bei den Persern. Bei den Griechen und den damitverwandten Völkern dagegen scheint das Kastenwesen, und das Erbliche inden Triösterwürden seltener gewesen zu seyn, Doch gab es einzelne Fa-milien, welche man von Göttern besonders begünstigt glaubte, wie die Ja-miden, Lycomeden, Eumolpiden, Asclepiaden und andere. Früher warenes die Stammhäupter und Fürsten , welche mit dem Oberbefehl zugleichdas oberste Priesteramt verwalteten, das zum Theil noch spät bei den Fa-