Band 
Dritter Band.
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I. Abschnitt.

Schutzgötter (vergl. Gesch. der Bank. Taf. Y 1 II. Fig. i«e.) kennen lernen.Man sieht, dafs, so wie der Geist des Gottesdienstes bei den Griechen undden italischen Völkern wesentlich derselbe war, die ursprüngliche Anlageihrer Tempelhäuser auch nicht wesentlich von einander abwich; und daherauch die Folgezeit zeiget, wie leicht die Tempelformen, wie sie sich beiden Griechen entwickelten', im mittlern Italien Eingang zu finden wufsten.

Auch begreift man bei Betrachtung dieser frühem Tempelanlagen,was Plinius (36, 5.) sagt: dafs man sich ursprünglich der Säulen nichtder Pracht wegen bediente, sondern weil man glaubte, dafs der Tempelbauauf keine Art fester und zweckmäfsiger besorgt werden konnte. Nur derBaum, wo das Bild der Gottheit errichtet stand, wurde fest umbaut undgeschlossen. Offene Säulenhallen umher, welche das Gebälke und die Da-chung stützten, waren für den übrigen Zweck der religiösen Verehrunghinreichend.

So wie die ursprüngliche Anlage der Tempel sich gleichsam vonselbst machte, so verhielt es sich auch mit dem Material zu dem Bau.Man richtete sich hierin nach keiner bestimmten Wahl, sondern nach dem,was Gelegenheit und Vermögen darbot. Holz, Fachwerk, und ungebrannteZiegel waren nicht blofs früher, sondern auch noch später, wo man schonein dauerhafteres und schöneres Material kennen gelernt hatte, im Gebrauch.Auch, entstand die Verzierungskunst und die Verschiedenheit der Bauartennur allmähtig; doch gab der Tempelbau hauptsächlich Veranlassung hiezu.Von den einfachsten Erfahrungen ausgehend, und an diesen festhaltend ent-wickelte sich der ästhetische Sinn, und mit Hülfe der Schwesterkünste, derBildnerei und Mahlerei, kam der Tempelbau allmählig zu jener erweiter-ten Anlage, Gröfse und Pracht, wodurch die Griechischen Werke vor de-nen der früheren Völker sich auszeichnen.

Anfänglich kannte man nur jene Altgriechische Bauart, welche manin Italien noch spät die Toscanisclie nannte. Einige den Bauhandwerkernnahe liegenden Verzierungen, wie die Triglyphen und die hängenden Die-lenköpfe, erzeugten dann jene Bauart, welche man nach dem Namen desvorragenüen Volkes die Dorische nannte. Gefälligere Abänderungen in demSäulenverhältnifs,, ein zierlicheres Kapital, und vermehrte Gliederung derBase, so wie .ein reicherer Schmuck des Gebälkes, wurden später die Un-terscheidungszeichen :Ügx Ionischen Bauart, welche durch Beifügung neuerund reicherer Zierden sich zp jener prachtvollem .Weise zu bauen erhob,