Band 
Dritter Band.
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2 , Abschnitt

§. 17. Noch spricht Vitruv ( 1 . c.) von einer Tempelgattung, wodie Säulen, Welche sonst an die Stirne des Vorhauses gesetzt zu werdenpflegen, an den Schultern, das ist: an den Seiten desselben rechts und linksangebracht sind, beifügend, dafs im Uebrigen der Anlage, und in den Ver-hältnissen keine Abweichung von den andern Tempelgattungen statt finde.So habe die Zelle die doppelte Breite zu ihrer Länge, und so das Ue-brige*), mit dem einzigen Unterschiede, dafs was sonst an der Stirne zustehen pflege, an den Seiten angebracht werde (Taf. XVII. 3, 4.).

Die Beispiele dieser Gattung, die unser Autor anführt, sind zu Rom der Tempel des Castor am Circus flaminius , der des Vejovis zwischen denbeiden Hainen, das im Walde bei Aricia gelegene Heiligthum der Diana,das der Minerva auf der Burg zu Athen , und dann der Tempel derselbenGöttin auf dem Vorgebirge Sunium in Attica.

Hievon sehen wir noch den Ruin von dem Minervatempel auf derBurg zu Athen , woraus hervorgeht, was Vitruv durch das Anbringen derSäulen an den Schultern andeuten will (Taf. IX. 16'.). Auch auf dem Vor-gebirge Sunium kommen noch die Ueberreste eines Tempels vor; aber die-ser war augenscheinlich ein gewöhnlicher Peripteros. Vitruv mufs sichalso in seiner Angabe geirrt haben, oder noch allda ein anderes Heiligthumvorhanden gewesen seyn, das in jener angegebenen Art erbaut war. DerTempel der Diana zu Aricia wird öfters erwähnt (Strabo 5. p. 239. cumnotis); doch ohne nähere Angabe seiner Anordnung. Der Tempel des Ve-jovis fand sich auf dem Kapitol in der Nähe des Asylum (P. Victor Reg.VIII. cf, Ovid . fast. 3, 429.). Der Tempel des Castor am Circus flaminius mufs unterschieden werden von dem, den A. Pos tu in ins an dem Forumerbaute, und den in der Folge Tiberius von Grund auf erneuerte. NachAsconius zu Cicero (p. 107.) scheint der Tempel, den hier Vitruv imSinne hat, von L. Metellus erbaut worden zu seyn, der als Consul im3 . 635 die Dalmater besiegte, und deswegen den Beinamen Dalmaticus führte.

§. »8. Vitruv (4,8.) spricht ferner von der Anordnung der rundenTempel. Eine Art, welche ohne Zellenmauer blofs in einer Säulenstellungbestand, hisfs Monopteros, die andere aber mit der Zelle Peripteros.

gen zu müssen, dafs die Schrift meines Freundes die frühem Zweifel, welche durch die Risse desPoliti in «nr entstanden, nicht gehoben hat. Da derselbe seitdem den Zustand dieser Ruinenselbst gesehen hat, so wünschten wir seine jetzigen Ansichten darüber zu vernehmen.

*) Anstatt uti relifjna exisona mochte zu lesen seyn: et reli'qua ex usu, at